May 2, 2019 / 11:28 AM / 3 months ago

Industrie schwächelt - Warnung vor Stellenkürzungen

100 Euro Banknotes are seen at the Money Service Austria company's headquarters in Vienna, Austria, November 16, 2017. REUTERS/Leonhard Foeger

Berlin (Reuters) - Die Industrie verliert auch zum Start des zweiten Quartals an Fahrt und bleibt das Sorgenkind der deutschen Wirtschaft.

Die Betriebe blicken so skeptisch in die Zukunft wie seit Ende 2012 nicht mehr, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts IHS Markit unter 500 Firmen hervorgeht. Unternehmen reagierten bereits mit mehr Vorsicht in der Personalplanung. “Sollte die Nachfrage nicht spürbar anziehen, besteht in den kommenden Monaten durchaus die Gefahr noch drastischerer Stellenkürzungen”, sagte Markit-Experte Phil Smith. Dank der Kauflaune der Verbraucher und der guten Inlandskonjunktur dürfte die gesamte Wirtschaft im ersten Quartal nach Berechnungen des Kieler IfW-Instituts um 0,4 Prozent gewachsen sein.

“Nach der Stagnation im zweiten Halbjahr 2018 hat die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland im ersten Quartal wieder angezogen”, sagte IfW-Experte Stefan Kooths. Das Konjunkturbild sei allerdings uneinheitlich. Während im Verarbeitenden Gewerbe die Auslastung zurückgehe, gebe es eine “lebhafte Dienstleistungskonjunktur und eine weiterhin boomende Bauwirtschaft”. “Nicht zuletzt die fiskalischen Entlastungen und die weiterhin sehr robuste Arbeitsmarktentwicklung dürften insbesondere den konsumnahen Branchen zum Jahresauftakt Auftrieb verliehen haben”, erläuterte Kooths. Die Kieler Regierungsberater gründen ihre Berechnung auf die jüngste Schätzung von Eurostat, wonach die Wirtschaft in der Euro-Zone im ersten Quartal 0,4 Prozent zulegte.

Ein Beleg für die positive Inlandsnachfrage sind die Umsätze der Einzelhändler, die in den ersten drei Monaten um 2,3 Prozent stiegen. Die Branche steuert damit auf ihre zehntes Wachstumsjahr in Folge zu.

AUTOBRANCHE SENDET “SCHOCKWELLEN”

Derweil versuche die Autoindustrie weiter, die Schwierigkeiten mit dem neuen Abgastestverfahren (WLTP) besser in den Griff zu bekommen, sagte Markit-Fachmann Smith. “Die Probleme der Autobranche senden nach wie vor Schockwellen durch das verarbeitende Gewerbe Deutschlands”, betonte der Ökonom. “Von Elektronikherstellern über die chemische und metallverarbeitende Industrie bis hin zu den Maschinenbauern - Unternehmen aus nahezu allen Teilsektoren spüren die Auswirkungen der schwächelnden Automobilindustrie.”

Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Industrie stieg zwar erstmals seit neun Monaten - um 0,3 auf 44,4 Punkte. Das Barometer signalisiert aber mit einem Niveau von weiterhin weniger als 50 Zählern schrumpfende Geschäfte und liegt damit seit Jahresbeginn unter der Wachstumsschwelle. Auch der Index für die Industrie der Euro-Zone zeigt mit 47,9 Punkten den dritten Monat in Folge schlechtere Geschäfte. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts verbesserte sich allerdings das Wirtschaftklima im Euro-Raum etwas. Die Erwartungen von Experten seien inzwischen weniger pessimistisch. “Dagegen hat sich die Beurteilung der aktuellen Lage erneut verschlechtert”, betonte Ifo-Chef Clemens Fuest.

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