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Investitionen und Konsum schieben deutsche Wirtschaft an
25. August 2017 / 06:26 / vor 3 Monaten

Investitionen und Konsum schieben deutsche Wirtschaft an

Berlin (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr ihr kräftiges Wachstum fortgesetzt.

People carry bags outside a shopping mall on the last day of Christmas shopping in Berlin December 23, 2014. REUTERS/Hannibal Hanschke (GERMANY - Tags: BUSINESS SOCIETY)

Vor allem steigende Investitionen und kauffreudige Verbraucher sorgten dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni um 0,6 Prozent zulegte, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte und eine frühere Schätzung bekräftigte. Damit nimmt das BIP nunmehr seit drei Jahren Quartal für Quartal zu. Das hat es seit dem vorigen Jahrzehnt nicht mehr gegeben, als die Finanzkrise 2008 dem damaligen Boom ein jähes Ende bereitete. “Die Deutsche Wirtschaft ist hervorragend ins Sommerhalbjahr gekommen”, sagte Ökonom Stefan Kipar von der BayernLB. “Entscheidend hierfür war wieder einmal die starke Binnenkonjunktur.”

Dank dieses Rückenwindes und sprudelnder Steuereinnahmen erzielte der deutsche Staatshaushalt im ersten Halbjahr wieder einen kräftigen Überschuss. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung nahmen 18,3 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben. “Die Haushalte konnten damit weiter von einer günstigen Beschäftigungs- und Wirtschaftsentwicklung sowie einer moderaten Ausgabenpolitik profitieren”, erklärten die Statistiker. Der Überschuss entspricht 1,1 Prozent des BIP. Damit ist der deutsche Staat nicht wie viele andere Euro-Länder in den roten Zahlen. Die EU-Verträge sehen eine Höchstgrenze beim Defizit von drei Prozent des BIP vor.

KONSUM SCHIEBT - AUSSENHANDEL BREMST

Schwung kommt derzeit hauptsächlich aus dem Inland. Die Unternehmen steigerten ihre Investitionen in Maschinen und Anlagen um 1,2 Prozent. Für Impulse sorgten auch konsumfreudige Verbraucher, deren Ausgaben um 0,8 Prozent zulegten. Die Ausgaben der öffentlichen Hand etwa für die Unterkunft und Verpflegung von Flüchtlingen stiegen um 0,6 Prozent. Der Außenhandel hingegen dämpfte das Wachstum leicht, da die Einfuhren mit 1,7 Prozent schneller anzogen als die Ausfuhren mit 0,7 Prozent. Dies sei aber nicht zu negativ, sagte Kipar. Denn dies signalisiere eher eine “dynamische Importentwicklung” - und keine Exportschwäche. “Die Konjunkturampel steht weiter auf grün.”

Auch die Bundesbank geht davon aus, dass die Wirtschaft auch im laufenden dritten Quartal schwungvoll zulegt. Zuletzt gab es jedoch Sorgen, ob ein Schwächeln der Autoindustrie - wegen der Dieselkrise und des Verdachts unzulässiger Absprachen - die Konjunktur mittelfristig dämpfen könnte.

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