August 12, 2019 / 9:00 AM / 3 months ago

Umfrage - Deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal geschrumpft

Trains are parked at the cargo rail station in Neuseddin, 50 kilometres west of the German capital Berlin, November 14, 2007. German train drivers started a 62-hour nationwide strike on freight routes on Wednesday, raising fears about the impact on Europe's biggest economy of a long-running wage dispute with rail operator Deutsche Bahn. REUTERS/Tobias Schwarz (GERMANY)

Berlin (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft hat nach Prognose von Ökonomen im zweiten Quartal wegen des schwächeren Auslandsgeschäfts den Rückwärtsgang eingelegt.

Das Bruttoinlandsprodukt dürfte von April bis Juni um 0,1 Prozent zum Vorquartal geschrumpft sein, wie 21 von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten von Banken und Instituten im Mittel voraussagen. Zum Jahresauftakt war Europas größte Volkswirtschaft noch um kräftige 0,4 Prozent gewachsen. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht am Mittwoch seine erste Schätzung zum Abschneiden im Frühjahr.

“Wir befinden uns im Graubereich zwischen einer markanten Wachstumsabschwächung und einer Rezession”, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer am Montag. Er rechnet mit einer Stagnation im laufenden dritten Quartal, womit eine technische Rezession - mindestens zwei Minus-Quartale in Folge - denkbar knapp vermieden würden. Bei der Bank UniCredit wird für die zweite Jahreshälfte sogar eine Rückkehr zu einem leichten Wachstum für möglich gehalten. “Die Risiken dafür sind allerdings gestiegen”, sagte Deutschland-Chefvolkswirt Andreas Rees mit Blick auf einen am 31. Oktober drohenden harten Brexit und mögliche Strafzölle für europäische Autoexporte in die USA.

Das schwache Abschneiden im Frühjahrsquartal dürfte in erster Linie auf die maue Auslandsnachfrage zurückzuführen sein, die unter dem Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie einer Flaute der Weltkonjunktur leidet. “Die Exporte sind gefallen, die Industrieproduktion ebenso”, sagte Krämer. “Die Firmen verdienen im Auslandsgeschäft nicht mehr so gut, worunter auch die Investitionen gelitten haben dürften.” Hinzu kommt noch ein Sondereffekte: Wegen des milden Winters wurden viele Bauleistungen schon im ersten Quartal erbracht. “Die sonst übliche Frühjahrsbelebung am Bau fiel deshalb aus”, sagte Rees. Der private Konsum sollte hingegen erneut gewachsen sein angesichts von Rekordbeschäftigung und steigenden Reallöhnen.

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