December 5, 2016 / 5:57 AM / in 3 years

Forscher - Autonome Autos mehr im Realbetrieb testen

The Mercedes-Benz F015 Luxury in Motion autonomous concept car is shown on stage during the 2015 International Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, Nevada January 5, 2015. Germany's Daimler AG wants to reset consumers' expectations about self-driving cars with its futuristic Mercedes-Benz F 015 concept, unveiled Monday evening at the annual Consumer Electronics Show in Las Vegas. REUTERS/Steve Marcus (UNITED STATES - Tags: SCIENCE TECHNOLOGY BUSINESS TRANSPORT)

München/Frankfurt (Reuters) - Die Autoindustrie sollte selbstfahrende Autos nach Ansicht von Forschern noch stärker im laufenden Straßenverkehr erproben.

Das Vertrauen der Menschen in die Automatisierung des Verkehrs werde wachsen, wenn sich die Technik in Testfeldern bewähre, erklärte Karsten Lemmer, Leiter des Projekts “Neue autoMobiliät”, am Montag bei der Vorstellung einer Studie von 40 Institutionen aus Forschung und Wirtschaft. Damit könnten die Vorteile der Technik des autonomen Fahrens wie weniger Unfälle, die das Restrisiko rechtfertigten, für die Bevölkerung erfahrbar werden. Als Teststädte sind in Deutschland bereits Hamburg, Braunschweig, Düsseldorf, Dresden, Karlsruhe, Ingolstadt und München ausersehen. Die Testregionen sollten sich künftig koordinieren, forderte Lemmer.

In München will BMW im kommenden Jahr eine kleine Flotte selbstfahrender Pkw in der Innenstadt testen. Im Jahresverlauf sollen rund 40 computergesteuerte Fahrzeuge an den Start gehen, sagte BMW-Manager Klaus Büttner. “Hinter jedem Steuer sitzt ein trainierter Testfahrer”, der bei Bedarf eingreifen und das Auto per Hand lenken könne. Zudem sei zur Sicherheit jeweils ein Folgefahrzeug dabei. Denn was für geübte Autofahrer im Stadtverkehr Alltag ist, macht Computern und Sensorik bei der Erfassung von Verkehrssituationen noch Probleme - ob Gegenverkehr, Parkplatzsuchende, Radfahrer oder Fußgänger, die plötzlich den Weg kreuzen. Tausende Testkilometer und -situationen sollen hier Abhilfe schaffen. Bisher werden selbstfahrende Autos vor allem auf der Autobahn getestet.

Das autonome Fahren gilt als eine der Schlüsseltechnologien für die Mobilität der Zukunft. Autobauer wie BMW oder die Konkurrenten Daimler und Audi stecken Milliarden in Forschung und Erprobung der Technik - in der Hoffnung, irgendwann eine Führungsrolle einzunehmen. Neben der Fahrzeugindustrie liebäugeln auch Anbieter aus der IT-Branche damit. Der US-Internetkonzern Google und der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat Chrysler wollen etwa gemeinsam eine Flotte von 100 selbstfahrenden Minibussen auf die Straße bringen. Andere Fahrzeughersteller scheuen vor solchen Kooperationen zurück, weil sie fürchten, zum Zulieferer degradiert zu werden, während die Technologiekonzerne die Gewinne abschöpfen. Denn autonom fahrende Flotten könnten künftig ganz neue Geschäftsfelder eröffnen - fernab vom klassischen Modell: Autos bauen und verkaufen. Dem Fahrdienst-Anbieter Uber wird beispielsweise nachgesagt, autonom steuernde Fahrzeuge bei einem Autobauer kaufen zu wollen. Nachdem lange nur Spekulationen um die Pläne von Apple rankten, belegte der iPhone-Hersteller erstmals in einem Schreiben an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA sein ernsthaftes Interesse an der Entwicklung selbstfahrender Autos.

“Jeder spricht von Uber oder Lyft”, sagte BMW-Chef Harald Krüger. “Wir setzen andere Schwerpunkte.” Der Münchner Konzern werde die Mobilitätsdienstleistungen ausweiten und habe mit seinem Flottengeschäft dabei langfristig viele Möglichkeiten. BMW wolle in der Lage sein, dank eigener starker Finanzkraft Innovationen zu stemmen. “Wir wollen ganz vorne mitspielen und auch andere ärgern.” Bei manchen Dingen wie Kartendiensten oder Ladeinfrastruktur für Elektroautos seien indes Allianzen sinnvoll. BMW will gemeinsam mit dem US-Chipriesen Intel und dem israelischen Kameratechnik-Spezialisten Mobileye 2021 selbstfahrende Autos auf die Straße bringen.

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