August 1, 2019 / 6:12 AM / 22 days ago

BMW-Chef präsentiert zum Abschied Gewinneinbruch - aber keine Verluste

München (Reuters) - Der scheidende BMW-Chef Harald Krüger hinterlässt seinem Nachfolger Oliver Zipse eine Baustelle.

FILE PHOTO: The logo of BMW is seen during the 87th International Motor Show at Palexpo in Geneva, Switzerland March 8, 2017. REUTERS/Arnd Wiegmann/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD

Der Gewinn brach im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel auf 1,4 Milliarden Euro ein - auch weil BMW nach eigenem Bekunden im Preiskampf mit Audi und Mercedes hohe Nachlässe gewähren musste. Anders als noch zu Jahresbeginn schrieb der Münchner Autobauer aber im Kerngeschäft mit Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce keine roten Zahlen mehr. BMW schlug sich damit besser als der Stuttgarter Erzrivale Daimler, der von April bis Juni einen Milliardenverlust anhäufte.

Krüger sprach am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalsbilanz von einem “hart umkämpften Markt”. Die gesamte Branche ringt an mehreren Fronten: Während Handelskonflikte, der bevorstehende Brexit und eine gedämpfte Nachfrage die Autokonzerne belasten, müssen sie zugleich hohe Investitionen in neue Technologien wie Elektroantriebe und autonomes Fahren stemmen.

Für Krüger war es das letzte Mal, dass er die Zahlen präsentierte. Mitte August übergibt der 53-Jährige das Lenkrad nach nur vier Jahren an den bisherigen Produktionsvorstand Zipse. “Insgesamt war BMW mehr als 27 Jahre meine berufliche Heimat”, bilanzierte Krüger im nüchternen Tonfall. “Sie können sich vorstellen, dass die BMW Group immer einen Platz in meinem Herzen haben wird.” Seinem Nachfolger habe er viel Erfolg gewünscht.

Krüger hatte nach dem ersten Verlust der Kernsparte seit zehn Jahren seinen Rücktritt erklärt. Als Hauptgrund nannte der Konzern damals zwar eine mögliche EU-Kartellstrafe und nicht die Probleme im Tagesgeschäft. Doch nach Ansicht von Kritikern verzettelte sich BMW auch mit der Entwicklung diverser Elektro- und Verbrennungsantriebe. Krüger hielt am Donnerstag erneut dagegen und bekräftigte, ein Mix verschiedener Technologien sichere die künftige Profitabilität.

Im Frühjahr allerdings lief das Geschäft auch deswegen weniger auskömmlich als im Vorjahreszeitraum. Wie der Überschuss schrumpfte auch das Betriebsergebnis deutlich - im Kerngeschäft um 23 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro und konzernweit, gestützt durch die florierende Motorradsparte, um 20 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Als Belastungen nannte Finanzvorstand Nicolas Peter Investitionen in Elektroantriebe und effizientere Verbrennungsmotoren, mit denen BMW die Ziele zur Verringerung der Kohlendioxid-Belastung erfüllen will.

“EREIGNISLOS IST GUT”

Aber auch der von der Konkurrenz angezettelte Preiskampf macht BMW zu schaffen. “Wir hätten uns eigentlich erhofft, dass wir noch stärker die Nachlässe absenken können”, sagte Peter. Der anhaltend starke Wettbewerb habe den Gewinn vor allem in Europa und die USA gedrückt, während die Preisentwicklung in China “sehr stabil” sei. Vor allem Audi hatte wegen eigener Problemen bei der Erfüllung der neuen WLTP-Abgasnormen den Kunden starke Preisnachlässe gewährt.

Dennoch zeigten sich Krüger und Peter zuversichtlich, dass BMW seine bereits gesenkten Ziele im Gesamtjahr erreicht. Im Autogeschäft wird eine operative Umsatzrendite von 4,5 bis 6,5 Prozent erwartet. Damit ist BMW weit von der im Oberklasse-Segment angestrebten Rendite von acht bis zehn Prozent entfernt. Mit einer Marge von 6,5 Prozent im abgelaufenen Quartal lag BMW zwischen Mercedes (3,6 Prozent) und Audi (8,0 Prozent), wie Branchenexperte Arndt Ellinghorst hervorhob.

Die BMW-Zahlen seien nicht überraschend, hieß es einhellig bei Marktbeobachtern. “Ereignislos ist gut”, brachten es die Analysten von Jefferies auf den Punkt. Die BMW-Aktie legte im Dax rund ein Prozent zu.

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