April 25, 2018 / 9:26 AM / a month ago

Handelskonflikte machen Bosch für 2018 vorsichtiger

Renningen (Reuters) - Verhaltene Konjunkturaussichten und politische Unwägbarkeiten lassen Bosch mit Vorsicht in die Zukunft blicken.

Bosch parking deck is pictured near airport in Stuttgart, Germany, February 2, 2017. REUTERS/Michaela Rehle

Für 2018 kündigte der Technologiekonzern ein Umsatzplus zwischen zwei und drei Prozent an. Im Rekordjahr 2017 stiegen die Erlöse noch um fast sieben Prozent auf 78,1 Milliarden Euro. “Wir sehen eine Reihe von Risiken”, sagte Bosch-Chef Volkmar Denner am Mittwoch in Renningen. Sorgen bereiten dem Konzern Handelskonflikte, besonders eine mögliche Eskalation zwischen den USA und China, die zumindest vorübergehend das globale Wirtschaftswachstum bremsen könnte. “Unsere Lieferketten sind extrem empfindlich gegenüber Störungen.” Wie Denner weiter sagte, soll 2018 die operative Rendite von zuletzt 6,8 Prozent erneut steigen. Für eine konkrete Prognose sei es aber noch zu früh.

Finanzchef Stefan Asenkerschbaumer erläuterte, die - aus Branchenvergleichen abgeleitete - Zielrendite bleibe sieben Prozent. Ob dieser Wert 2018 erreicht wird, ließ der Vorstand offen. Der Autozulieferer investiert Milliarden in Zukunftstechnologien wie Elektromobilität oder autonomes Fahren. Für Bremsspuren sorgten zuletzt auch Wechselkurseffekte. In den ersten drei Monaten des Jahres stagnierte der Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres, bereinigt lag er um fünf Prozent darüber.

VERNETZUNG BIETET CHANCEN

Wachstumschancen sieht Bosch bei allen Arten der Vernetzung: Außer für Elektroautos und autonome Fahrzeuge bietet der Konzern Produkte für vernetzte Fabriken, Häuser oder Städte. Mehr als die Hälfte des Geschäfts macht die Kfz-Sparte “Mobility Solutions”, die im vergangenen Jahr ihren Umsatz auf 47,4 Milliarden Euro steigerte. Das Geschäft wuchs den Angaben zufolge dreimal so stark wie die weltweite Automobilproduktion. Gefragt waren vor allem Einspritzsysteme für Diesel- wie Benzinmotoren und Fahrerassistenzprodukte.

Auch beim automatisierten Fahren will Bosch schneller wachsen als der Markt. Der Absatz von Radar- und Videosensoren etwa, die für computergesteuerte Autos benötigt werden, soll dieses Jahr um 40 Prozent zulegen. Der Zulieferer setzt darauf, dass die Kunden künftig außer Komponenten ganze Systeme nachfragen, die in der Regel mehr abwerfen. 2019 will Bosch zwei Milliarden Euro Umsatz mit Fahrerassistenzsystemen machen.

BOSCH MACHT SICH FÜR DIESEL STARK

Denner brach zudem erneut eine Lanze für die in Misskredit geratene Dieseltechnik. “Das Stickoxid-Problem im Straßenverkehr ist technisch lösbar.” Mit Hilfe von marktreifer Technik aus dem Hause Bosch ließen sich die Emissionen auf 13 Milligramm Stickoxid pro Kilometer reduzieren - ein Zehntel des in Europa ab 2020 geltenden Grenzwertes. “Der Diesel kann wieder durchstarten.” Welche Autohersteller die Technik wann verbauen, sei noch offen. Der Preisaufschlag liege nur bei rund 100 Euro, weil vorhandene Komponenten zum Einsatz kämen.

Zur Größenordnung eines möglichen Stellenabbaus wegen der Dieselkrise wollte sich Bosch nicht äußern. Die Überhänge in der Belegschaft hingen von der Nachfrage ab, sagte Denner. Rund 50.000 der weltweit gut 400.000 Bosch-Beschäftigten arbeiten an Dieseltechnik für Pkw und Lkw. Bisher konnte die starke Nachfrage nach Dieselmotoren bei Nutzfahrzeugen, vor allem in China, die Rückgänge im europäischen Pkw-Geschäft mehr als ausgleichen.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below