September 3, 2008 / 1:23 PM / 11 years ago

Privatbanken machen sich für weitere Fusionen stark

Frankfurt (Reuters) - Nach der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank sind nach Ansicht der privaten Institute in Deutschland weitere Fusionen nötig.

“Ich halte es für wichtig, dass eine so große Volkswirtschaft wie Deutschland eine ganze Reihe von Banken hat, die in Europa vorne mitspielen können”, sagte der Geschäftsführende Vorstand des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Manfred Weber, am Mittwoch in Frankfurt. “Die Finanzkrise hat offenbart, welche Schwächen das deutsche Bankensystem hat und wie sehr tragfähige Geschäftsmodelle fehlen”, sagte Weber. Dieser “Weckruf” dürfe nicht ungehört bleiben. Bislang ist die Deutsche Bank das einzige heimische Institut, das international eine bedeutende Rolle spielt.

Weber wiederholte die Forderung, Zusammenschlüsse von privaten Banken mit Sparkassen, Landesbanken oder Genossenschaftsbanken zu ermöglichen. “Es ist nicht nachzuvollziehen, warum Deutschland nicht in der Lage ist, über Banken-Säulen hinweg zu fusionieren”, sagte er. Die Bundesregierung sei gefordert, entsprechende Gesetze zu schaffen. Bisher ist es in Deutschland - im Gegensatz zu anderen Ländern Europas - nicht erlaubt, dass Geschäftsbanken öffentlich-rechtliche oder genossenschaftliche Institute übernehmen. Sparkassen dürfen dagegen private Institute kaufen.

Zum Verkauf steht derzeit noch die Postbank. In Finanzkreisen gilt es allerdings als so gut wie sicher, dass die Konzernmutter Post die Veräußerung ihrer Banktochter angesichts eines Mangels an Interessenten zunächst auf Eis legt.

ANDERE ANREIZSYSTEME FÜR BANKER

Zur Bewältigung der Finanzkrise sind Weber zufolge unter anderem Korrekturen an den Anreizsystemen für Banker erforderlich. Kritiker werfen den Geldhäusern vor, insbesondere Investmentbanker mit der Aussicht auf hohe Bonus-Zahlungen in immer riskantere Anlagen getrieben und damit die Krise an den Finanzmärkten erst verursacht zu haben. Allgemeingütige Vorgaben für alle Banken seien aber nicht der richtige Weg, sagte Weber. “Nur die Unternehmen selbst können Anreize so setzen, dass sie die gewünschte Wirkung entfalten.”

Weber warnte vor überzogenen staatlichen Gesetzen zur Bewältigung der Krise. “Regulierung allein kann Verspannungen an den internationalen Finanzmärkten nicht lösen.” Vor allem die Marktteilnehmer selbst seien zunächst gefragt, sich umsichtiger und risikobewusster zu verhalten.

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