October 9, 2018 / 12:24 PM / 2 months ago

Studie - Hunger nach mobilen Daten treibt Umsätze der Mobilfunkbranche

Journalists follow the presentation of Huawei's new smartphone, the Mate S, ahead of the IFA Electronics show in Berlin, Germany, September 2, 2015. REUTERS/Hannibal Hanschke

Berlin (Reuters) - Die mobile Internetnutzung hat sich zum Umsatzgaranten der deutschen Telekombranche entwickelt.

Die Erlöse mit mobilen Datendiensten würden in diesem Jahr erstmals mehr als die Hälfe der gesamten Mobilfunkumsätze ausmachen, geht aus einer vom Telekommunikationsverband VATM und der Unternehmensberatung Dialog am Dienstag veröffentlichten Studie hervor. Nur durch das Umsatzplus von fast sieben Prozent in diesem Bereich legten die Einnahmen mit Mobilfunkleistungen im Gesamtjahr um 0,4 Prozent auf 26,6 Milliarden Euro zu, von denen rund 30 Prozent auf die Deutsche Telekom entfielen. Der Erhebung zufolge klettert der gesamte Datenverkehr - getrieben durch das Streamen von Videos, Musik und Live-Übertragungen - 2018 um bisher nie erreichte 86 Prozent. Inzwischen beträgt das durchschnittliche Datenvolumen pro SIM-Karte 1,6 Gigabit pro Monat. Vor fünf Jahren waren es demnach noch 0,2 Gigabit.

EXPERTE - BUNDESREGIERUNG ERREICHT BREITBANDZIELE NICHT

Die Bundesregierung will den flächendeckenden Ausbau mit Gigabit-Netzen bis 2025 erreichen. Branchen-Experte Torsten Gerpott, Wirtschaftsprofessor an der Universität Duisburg-Essen, prognostiziert: “Das werden wir eindeutig verfehlen, aber das ist ja nichts Neues.” Laut der Studie wird im laufenden Jahr die Zahl der Breitbandanschlüsse in Deutschland um 1,1 Millionen auf 34,3 Millionen Anschlüsse steigen. Die Deutsche Telekom komme auf einen Endkundenanteil von fast 40 Prozent, gefolgt von Vodafone (20 Prozent), 1&1 (13,1 Prozent) sowie Unitymedia (10,4 Prozent). Der Bestand der genutzten Glasfaseranschlüsse knacke Ende des Jahres erstmals die Marke von einer Million. Diese Entwicklung werde hauptsächlich von den Wettbewerbern der Deutschen Telekom getrieben. “Die Telekom fährt eine andere Vermarktungsstrategie und stellt eindeutig ihre VDSL-Produkte in den Vordergrund”, sagt Gerpott, der auch wissenschaftlicher Beirat bei Dialog Consult ist.

Insgesamt kämpft die Telekommunikationsbranche mit stagnierenden Erlösen: In diesem Jahr dürfte der Umsatz der Festnetzanbieter und Mobilfunkbetreiber um 0,2 Prozent auf 59,4 Milliarden Euro leicht zulegen. Davon werden nach der Erhebung insgesamt 8,3 Milliarden Euro investiert - in etwa die Hälfte stemme die Telekom, der Rest komme von den Wettbewerbern. “Beide Lager sind aufeinander angewiesen und für die Marktentwicklung verantwortlich”, sagte Gerpott über die Nicklichkeiten unter den Firmen, wer die höheren Lasten trage.

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