May 7, 2018 / 11:23 AM / 19 days ago

Regierung will von Bundesfirmen Bericht zu Arbeitsverträgen

Berlin (Reuters) - Wegen der Einstellungspraxis der Deutschen Post macht die Regierung auf Unternehmen mit Bundesbeteiligung Druck.

FILE PHOTO: German Finance Minister Olaf Scholz talks to the media in Meseberg, Germany, April 10, 2018. REUTERS/Fabrizio Bensch/File Photo

Man werde von allen Firmen, in denen der Bund im Aufsichtsrat vertreten sei, einen Bericht über befristete Arbeitsverhältnisse anfordern, sagte eine Sprecherin von Finanzminister Olaf Scholz am Montag. Die Bundesrepublik ist an mehr als 100 Firmen beteiligt. Auch SPD und Gewerkschaften kritisierten das Post-Vorgehen. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte der “Bild”, die Regierung werde nicht akzeptieren, dass Arbeitnehmer, wenn sie zu oft krank seien oder zu langsam arbeiteten, Probleme in Firmen mit Bundesbeteiligung bekämen, eine unbefristete Stelle zu erhalten. Post-Chef Frank Appel verteidigte das Vorgehen seines Konzerns. Es werde verantwortungsbewusst darüber entschieden, ob Mitarbeiter langfristig körperlich anstrengenden Tätigkeiten gewachsen seien.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund beklagte, das Post-Vorgehen sei arbeitsrechtlich nicht angreifbar. Aber es sei moralisch verwerflich, dass man die Entfristung von Verträgen an die Zahl der Krankentage koppele, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann. Die “Bild am Sonntag” hatte ein Konzept veröffentlicht, wonach auch Mitarbeiter, die mehr als zwei Autounfälle oder einen Schaden von über 5000 Euro verursachen, keine unbefristete Anstellung bekommen sollen.

BAHN UND TELEKOM: BEFRISTETE JOBS NUR AUSNAHMEN

Der Staatskonzern Deutsche Bahn erklärte, ihre Einstellungspolitik sei auf unbefristete Arbeitsverhältnisse ausgerichtet. “Mit deutlich über 95 Prozent liegt der Anteil unbefristeter Verträge seit Jahren auf hohem Niveau”, sagte eine Sprecherin. Das sei auch für die Bahn als Arbeitgeber wichtig. “Bei der Deutschen Bahn gilt zudem eine unbefristete, lebenslange Beschäftigungssicherung.” Auch die Deutsche Telekom, an der der Bund beteiligt ist, setzte sich von der Post ab: “Bei uns sind befristete Verträge die ganz große Ausnahme. Eine eventuelle Übernahme wird nicht von Fehltagen abhängig gemacht.”

Post-Chef Appel sagte der “Bild”, die Aufgaben in seinem Unternehmen seien anspruchsvoll, aber grundsätzlich zu bewältigen. “Zugleich stellen wir aber natürlich auch Mindestanforderungen, insbesondere an die Qualität der Arbeit.” Die Post achte darauf, dass Beschäftigte für die jeweilige Tätigkeit geeignet seien.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below