February 18, 2019 / 11:22 AM / a month ago

Bundesbank - Deutsche Konjunktur bleibt im ersten Halbjahr verhalten

German Bundesbank President Jens Weidmann delivers a speech during a dinner of the Hellenic Bank Association in Athens, Greece, August 30, 2018. REUTERS/Alkis Konstantinidis

Berlin (Reuters) - Die Bundesbank traut der deutschen Wirtschaft nach der Flaute in der zweiten Jahreshälfte 2018 keine rasche Rückkehr zu kräftigem Wachstum zu.

“Die konjunkturelle Grundtendenz bleibt voraussichtlich auch nach der Jahreswende verhalten”, schrieb sie am Montag in ihrem Monatsbericht. “So signalisiert der abseits der Kfz-Branche rückläufige Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe, dass die Industriekonjunktur während der Wintermonate kaum wieder an Schwung gewinnen wird.” In wichtigen Branchen hätten sich die Geschäftserwartungen zudem eingetrübt. “Dies dürfte die Investitionsneigung hemmen.” Das konjunkturelle Grundtempo dürfte daher zumindest im ersten Halbjahr verhalten bleiben. Im dritten Quartal 2018 war das Bruttoinlandsprodukt erstmals seit dreieinhalb Jahren geschrumpft, im vierten Quartal folgte eine Stagnation.

“Es gibt aber auch keine Anzeichen dafür, dass die Verlangsamung in einen Abschwung übergeht”, betonte die Bundesbank zugleich. “Zum einen lösen sich einige der belastenden Sonderfaktoren aus dem Sommer des letzten Jahres auf.” So deute sich in der Autoindustrie eine allmähliche Normalisierung bei Fertigung und Exporten an. “Zum anderen sprechen die weiterhin sehr gute Arbeitsmarktlage und die kräftige Lohnentwicklung dafür, dass der private Verbrauch wieder anzieht und so im Gegensatz zur zweiten Jahreshälfte 2018 ein Gegengewicht gegen die dämpfenden Einflüsse bildet.” Hinzu kämen höhere Sozialleistungen sowie Steuer- und Abgabenentlastungen, die Anfang des Jahres in Kraft traten und die Konjunktur anschieben sollten.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte kürzlich gesagt, dass das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr vermutlich deutlich unterhalb von 1,5 Prozent liegen dürfte. Im Dezember war die Notenbank noch von 1,6 Prozent ausgegangen. 2018 hatte es zu 1,4 Prozent gereicht, 2017 und 2016 zu jeweils 2,2 Prozent.

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