April 29, 2011 / 9:21 AM / 8 years ago

Bundespräsident ernennt Weidmann zum neuen Bundesbank-Chef

Newly-elected Bundesbank-President Jens Weidmann is pictured at the Chancellery in Berlin January 16, 2008. REUTERS/Steffen Kugler/Bundesregierung

Berlin (Reuters) - Bundespräsident Christian Wulff hat dem bisherigen Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Jens Weidmann, die Ernennungsurkunde als Präsident der Deutschen Bundesbank überreicht.

Bei einer kurzen Zeremonie in Wulffs Amtssitz Schloss Bellevue händigte der Bundespräsident zuvor dem bisherigen Bundesbank-Chef Axel Weber seine Entlassungsurkunde aus. Weber hatte Mitte Februar überraschend mitgeteilt, er wolle sein Amt “aus persönlichen Gründen” mit dem Ende seines siebten Amtsjahres zum Ende April niederlegen. Er war bis dahin auch der Kandidat der deutschen Bundesregierung für die Nachfolge von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.

Weidmann wird am Montag in Frankfurt feierlich in sein neues Amt eingeführt. Er hatte erst vor wenigen Tagen seinen 43. Geburtstag gefeiert. Damit wird er der jüngste Präsident, den die Deutsche Bundesbank je hatte. Weidmann arbeitete während seines Berufslebens unter anderem für den Internationalen Währungsfonds (IWF), den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und bereits einmal für die Bundesbank. 2006 war er dem Ruf von Kanzlerin Angela Merkel gefolgt und in Berlin ihr Chefberater für Wirtschafts- und Finanzfragen geworden. Im vergangenen Jahr ernannte ihn Merkel dann zusätzlich zu ihrem Chef-Vorbereiter (Sherpa) für die G8- und G20-Gipfel.

Nach der überraschender Rückzugsankündigung Webers, der Zweitgutachter für Weidmanns Doktorarbeit war, hatte sich die Entscheidung über dessen Nachfolger schnell auf Merkels Berater verengt. Als Bundesbank-Präsident gehört er künftig dem EZB-Rat an und entscheidet damit über die Geldpolitik in Europa mit.

Der 54-jährige Weber hatte sich schon vor seiner Zeit als Bundesbank-Präsident als streitbarer Wissenschaftler einen Namen gemacht. Er gehörte dem Sachverständigenrat, den sogenannten “Fünf Wirtschaftsweisen”, an. Im April 2004 wurde er zum Präsidenten der Deutschen Bundesbank berufen. In dieser Funktion wirkte Weber maßgeblich an der Bewältigung der Finanzkrise mit. Der streitbare Wissenschaftler galt als geldpolitischer “Falke” und hatte als solcher auch die EZB-Ankaufprogramme für Staatsanleihen notleidender Staaten wiederholt kritisiert.

Weber will nun in die Wissenschaft zurückkehren. Er plant einen einjährigen Gastaufenthalt an der renommierten Universität in Chicago. Danach will er wieder an der Universität Köln lehren. Es gab aber auch Spekulationen, Weber könnte es an die Spitze der Deutschen Bank ziehen.

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