November 27, 2019 / 11:11 AM / in 8 days

Startverbot für Marine-Hubschrauber - Ministerin beklagt fehlende Papiere

An Airbus helicopter NH90 TTH (Tactical Transport Helicopter) of German army Bundeswehr takes part in an exercise during a media day in Bergen, Germany September 26, 2018. REUTERS/Fabian Bimmer

Berlin (Reuters) - Die Bundeswehr will den Flugbetrieb mit ihrem neuen Marine-Hubschrauber von Airbus nach eigenen Angaben wegen fehlender technischer Unterlagen zunächst nicht aufnehmen.

Technisch seien die Helikopter vom Typ NH-90 “Sea Lion” an sich zwar flugfähig, aber die Handbücher gewährleisteten in ihrer aktuellen Version keine ordentliche Wartung, kritisierte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Mittwoch in ihrer Haushaltsrede im Bundestag. Daher gebiete es die Fürsorgepflicht für die Soldaten, dass keiner der Hubschrauber in die Luft gehe, ehe dies nicht geregelt sei. Ein Airbus-Sprecher sagte, das Problem sei seit längerem bekannt. Das Unternehmen arbeite mit allen beteiligten Partnern an einer raschen Lösung.

“Wir sind zwar grundsätzlich von der Leistungsfähigkeit des Hubschraubers NH-90 Sea Lion überzeugt”, erklärte das Verteidigungsministerium. “Aber aufgrund der unzureichenden und lückenhaften technischen Dokumentation kann (...) zum jetzigen Zeitpunkt ein Flugbetrieb durch die Frauen und Männer der Marine nicht verantwortet werden.” Oberste Priorität habe für die Bundeswehr, dass die Soldaten sich auf ihr Gerät verlassen und es sicher handhaben könnten. “Im Falle des Sea Lion sehen wir diesen Maßstab durch den Hersteller noch nicht erfüllt.” Die Bundeswehr verzichte daher auf eine “vorschnelle” Aufnahme des Ausbildungsflugbetriebs noch in diesem Jahr. “Der Hersteller hat zugesagt, die noch erheblichen Fehler in der Dokumentation schnellstmöglich zu beheben.” Trotz der Verzögerung werde der Hubschrauber wie geplant ab 2023 einsatzbereit sein.

Das Heer fliegt den NH-90 schon länger. Ende Oktober übernahm die Bundeswehr den ersten Helikopter in der Marine-Version “Sea Lion”. Mitte November hatte die Bundeswehr bereits die Abnahme des Airbus-Militärtransporters A400M vorerst gestoppt und als Grund lockere Schrauben am Propeller genannt. Airbus erklärte auch damals, die Mängel bei einigen Flugzeugen seien bekannt.

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