January 28, 2015 / 2:23 PM / 4 years ago

Verfassungsgericht will Maßstäbe für Bundeswehr-Auslandseinsätze

Judges Michael Eichberger, vice-president of Germany's Constitutional Court Ferdinand Kirchhof and Reinhard Gaier (L-R) take off their hats after the announcement of the verdict on an inheritance law file at Germany's Federal Constitutional Court (Bundesverfassungsgericht) in Karlsruhe, December 17, 2014. Germany's Constitutional Court ruled on Wednesday that inheritance tax breaks granted to family-run companies were illegal in their current form, a verdict which could hurt many "Mittelstand" firms that form the backbone of the economy. The court gave lawmakers until mid-2016 to come up with a new law that ensures companies and individuals are treated equally. Until that time existing rules will apply, giving families who own firms time to resolve inheritance issues under the old regime. The case was brought by the Federal Fiscal Court, which challenged a 2009 law that allows ownership of family-run firms to be passed from one generation to the next tax free, provided the heirs keep it going for seven years and preserve jobs. Around 90 percent of German companies are family-run, employing more than half of the country's workforce and producing half of Germany's economic output. REUTERS/Ralf Stockhoff (GERMANY - Tags: CRIME LAW POLITICS BUSINESS)

Karlsruhe (Reuters) - Das Bundesverfassungsgericht will klären, wann bei einem Bundeswehreinsatz im Ausland grünes Licht des Bundestages zwingend ist.

“Wir wollen Maßstäbe entwickeln, mit denen man auch in Zukunft vernünftig arbeiten kann”, sagte Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle am Mittwoch in Karlsruhe.

Es gehe darum, wann die Schwelle von einem - nicht zustimmungsbedürftigen - humanitären Einsatz zu einem “Einsatz bewaffneter Streitkräfte” überschritten ist. Er verwies in diesem Zusammenhang auf “zunehmend kleine, punktuelle Einsätze”, etwa gegen die Piraterie. Das Urteil wird in einigen Monaten erwartet.

Konkret prüft das Gericht einen vier Jahre zurückliegenden Einsatz der Bundeswehr in Libyen. 2011 hatte die Luftwaffe 132 Menschen, darunter 22 Deutsche, mit zwei Flugzeugen vom ostlibyschen Wüstenort Nafurah aus ausgeflogen. Das Gericht muss entscheiden, ob die Evakuierung nachträglich der Zustimmung des Bundestags bedurft hätte. Die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung weigerte sich, den Einsatz im Nachhinein vom Bundestag beschließen zu lassen.

Die Grünen-Bundestagsfraktion hat daraufhin gegen die Bundesregierung Verfassungsklage erhoben, weil diese das Parlament umgangen habe. Die Bundesregierung sieht im Nafurah-Einsatz lediglich einen humanitären Einsatz, für den der Parlamentsvorbehalt nicht gilt.

“Es ging allein um die Rettung von in Not geratenen deutschen Staatsangehörigen mit logistischen Mitteln der Bundeswehr”, argumentierte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Karlsruhe. Waffen seien nur “rein vorsorglich” mitgeführt worden. Die Operation sei weit entfernt von einer militärischen Konfrontation gewesen. Mehrere Richter fragten nach, welche Kriterien die Bundeswehr für eine “gefährliche Lage” bei einem Auslandseinsatz habe.

Der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Frithjof Schmidt, warf der Bundesregierung vor, Sachverhalte zu schönen und rechtliche Kriterien zu verbiegen. Er verwies unter anderem darauf, dass eine mit Maschinengewehren bewaffnete Eliteeinheit der Bundeswehr an Bord der Flugzeuge gewesen sei.

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