February 11, 2020 / 10:36 AM / in 16 days

Forsa - Laschet als Kanzlerkandidat aussichtsreicher als Merz

German Defense Minister Annegret Kramp-Karrenabuer is seen in her Ministry in Berlin, Germany, February 11, 2020. REUTERS/Hannibal Hanschke

Berlin (Reuters) - Der Meinungsforscher Manfred Güllner hält Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet nach dem Verzicht von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer für den aussichtsreichsten Kanzlerkandidaten der Union.

“Von seinem politischen Kurs und der Akzeptanz in der Mitte her wäre Laschet der richtige Kandidat”, sagte der Chef des Forsa-Instituts am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. “Laschet ist beliebt, müsste sich aber profilieren als jemand, der auch Kanzler kann.” Ihm sei am ehesten zuzutrauen, für die Union Wähler von den Grünen zurückzuholen und eine weitere Abwanderung zu verhindern.

Dem ehemaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz traut Güllner das eher nicht zu. “Ich habe meine Zweifel, ob Merz ein geeigneter Kandidat ist”, sagte er. “Er ist im Augenblick der Liebling der AfD-Anhänger.” Dort sei er populärer als die AfD-Fraktionschefs Alexander Gauland und Alice Weidel. “Die Gefahr ist, dass bei einem Kandidaten Merz die Wähler der liberalen Mitte weiter in Richtung Grüne wechseln”, sagte der Meinungsforscher. “Auf der rechten Seite lassen sich nur leichte Gewinne erzielen, die das nicht ausgleichen können. Merz dürfte einen zu weichen Kurs gegenüber rechts fahren.”

“CSU-KANDIDAT BIRGT GEWISSES RISIKO FÜR DIE UNION”

Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder gestaltet das nach den Worten von Güllner anders. “Söder macht bei der CSU vieles richtig.” Er habe sich nach dem schwachen Ergebnis bei der Landtagswahl klar gegen rechts abgegrenzt. “Für die CSU ist die AfD jetzt ein Feind.” Allerdings seien CSU-Kanzlerkandidaten immer schwer vermittelbar. “Im Rest der Republik werden Bayern distanziert bewertet”, sagte Güllner. “Ein CSU-Kanzlerkandidat ist daher immer ein gewisses Risiko für die Union.”

Kramp-Karrenbauer kündigte am Montag im CDU-Präsidium in Berlin ihren Verzicht auf eine Unions-Kanzlerkandidatur an. Zudem wolle sie den Parteivorsitz abgeben. Nach Teilnehmerangaben dankte ihr Kanzlerin Angela Merkel in der Sitzung und betonte, dass Kramp-Karrenbauer Verteidigungsministerin bleiben solle.[L8N2AA1RI]

Die unmittelbaren Folgen des Rückzugs auf die Umfrageergebnisse dürften nach Ansicht Güllners nicht so dramatisch sein. “Die Union steht für ihre Verhältnisse ohnehin nicht hervorragend da.” Es sei daher nicht anzunehmen, dass sie in der Wählergunst durch den angekündigten Rückzug weiter merklich verliere. Wichtiger sei, wie es weitergehe. “Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz dürften zusammengelegt werden”, sagte Güllner. “Die Wähler wollen eine klare Führungsstruktur.” Viele Wähler hätten bislang niemanden als geeigneten Merkel-Nachfolger gesehen. “Deshalb wollen viele Merkel so lange wie irgend möglich als Kanzlerin behalten”, sagte der Forsa-Geschäftsführer.

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