November 29, 2018 / 6:49 AM / 14 days ago

Zwei Lokalmatadore und eine Frau in Gelb - CDU-Bewerber umgarnen NRW

Christian Democratic Union (CDU) candidate for the party chair Annegret Kramp-Karrenbauer delivers a speech at a regional conference in Duesseldorf, Germany, November 28, 2018. REUTERS/Thilo Schmuelgen

Düsseldorf (Reuters) - Es ist kein Heimspiel für Annegret Kramp-Karrenbauer in Düsseldorf.

Das wird schon deutlich, als sie bei der CDU-Regionalkonferenz in Düsseldorf die Bühne betritt. Der Applaus für ihren aus Nordrhein-Westfalen stammenden Vorredner Friedrich Merz verhallt gerade, die letzten Parteimitglieder lassen sich nach ihrem stehenden Applaus auf ihre Sitze nieder. Doch für die ehemalige saarländische Ministerpräsidentin ist Nordrhein-Westfalen wichtig - ebenso wie für ihre beiden Mitbewerber um die Nachfolge von Angela Merkel an der Spitze der CDU. Denn knapp ein Drittel der Delegierten beim entscheidenden Hamburger Parteitag wird aus NRW kommen. Und ihre beiden männlichen Konkurrenten - Merz und Jens Spahn - kommen aus NRW, haben also einen Heim-Vorteil. Alle drei müssen nun versuchen, die Delegierten hinter sich zu bringen.

Kramp-Karrenbauer steht in einem signalgelben Oberteil auf der Bühne einer Düsseldorfer Messehalle und erinnert an den April 2017. Auch damals habe sich die NRW-CDU in der Landeshauptstadt versammelt. “Ich war auch da”, ruft sie in Erinnerung. Damals ging es um den Endspurt im Landtagswahlkampf, die Umfragen für den CDU-Spitzenkandidaten Armin Laschet sahen nicht gut aus. “Vergesst die Umfragen”, habe sie damals an die Basis appelliert. Und die sei marschiert - Laschet gewann gegen die damalige SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. NRW schaue nun wieder in eine gute Zukunft. Laschets Sieg und ihr Beitrag. Dafür erhält sie dann Applaus der rund 4000 CDU-Mitglieder - und auch für die Aussage, dass die Partei bei Wahlen wieder 40 Prozent erreichen solle. Doch weniger als bei ihrem Vorredner stehen auf.

Der Sauerländer Merz lässt die Basis wissen, auch er finde es gut, wieder in einem CDU-regierten Nordrhein-Westfalen zu leben. Er setzt - ebenso wie Spahn - auch auf Themen aus dem Bundesland. Es gehe nicht an, dass die Grünen in ihrer früheren Koalition mit der SPD im Düsseldorfer Landtag für einen Abbau von Braunkohle im rheinischen Revier mitgestimmt hätten und sich dann an die Spitze der Proteste im Hambacher Forst stellten. Die Grünen müssten ihr Verhältnis zum Gewaltmonopol des Staates klären, mahnt Merz. Das kommt an, Beifall brandet durch die Halle. Die Grünen wollten ständig aussteigen, sagt Spahn. “Wir müssen diejenigen sein, die einsteigen und die Zukunft gestalten wollen”, ruft er. Stehenden Applaus in weiten Teilen der Halle - das schafft indes nur Merz zum Ende seines Vortrags.

In anderthalb Wochen will die CDU bei ihrem Bundesparteitag in Hamburg die Nachfolge Merkels regeln. Von den 1001 Delegierten kommen dann 296 aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland. Der Vorstand der NRW-CDU hat ihnen keine Empfehlung für einen oder eine der Kandidaten gegeben. Laschet hat aber Empfehlungen schon für die Zeit nach dem Parteitag. Es könne nicht drei Gewinner geben - “egal, wer gewinnt, wir brauchen auch die beiden anderen.” Und NRW könnte auch Impulse für den Bund geben. Alle drei Bewerber, bittet Laschet, sollten doch mit auf den Weg nach Berlin nehmen, dass er in Düsseldorf gut mit der FDP regiere.

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