March 7, 2018 / 12:14 PM / 9 months ago

Kräftiger Jahresendspurt stimmt Chemiebranche optimistisch

Smoke emerges from the chimneys of the chemical plant of Evonik Industries AG in Wesseling near Cologne February 3, 2016. The Wesseling site is one of the company's largest sites located in the centre of the Rhineland region between the cities of Cologne and Bonn. The Wesseling site has a long tradition in producing manufacturing care products, tires, rubber products, paper paints, coatings and pharmaceutical synthesis. REUTERS/Wolfgang Rattay

Frankfurt (Reuters) - Die deutsche Chemiebranche zeigt sich nach einem starken Schlussspurt 2017 zuversichtlich.

Die Erlöse dürften 2018 um 4,5 Prozent auf gut 204 Milliarden Euro steigen, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch mit. Im vergangenen Jahr hatte die Branche mit ihren rund 450.000 Beschäftigten die Erlöse nach vorläufigen Zahlen sogar um sechs Prozent auf knapp 196 Milliarden Euro ausbauen können. Der Aufschwung geht also weiter, das Tempo verlangsamt sich aber - wenn es nicht zu einer Überraschung wie 2017 kommt. “Das letzte Quartal ging wirklich noch mal ab wie die Post, das war so nicht zu erwarten”, sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann. Ungeachtet der guten Ausgangslage forderte er von der Politik mehr Forschungsanreize und stabile Energiekosten.

Die Chemiebranche habe von der großen Dynamik in den Industrieländern und der robusten Konjunkturentwicklung in China profitiert. “Die Chemie ist mit Rückenwind ins neue Jahr gestartet”, so Tillmann. Die Zuversicht zeige sich auch bei der Beschäftigung und den Investitionen. Bremswirkungen könne es aber durch Unwägbarkeiten in der Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump geben. Zwar sei die Chemie- und Pharmaindustrie bisher nicht betroffen. Aber Verwerfungen zwischen der EU und den USA könnten sich insgesamt negativ auf die Konjunktur auswirken. Auch die Folgen eines harten Brexits sowie politische Krisen gehörten zu den anhaltenden Risiken.

Dennoch zeigt sich der VCI zuversichtlich: “Unter dem Strich dürfte in diesem Jahr die Nachfrage nach Chemikalien ‘Made in Germany’ kräftig zulegen”, prognostizierte der Verband. Mit dem nun angepeilten Umsatzplus von 4,5 Prozent hebt der VCI seine Prognose für 2018 an. Anfang Dezember war er noch von drei Prozent ausgegangen.

Vor allem im Schlussquartal brummte das Geschäft: Die Chemieproduktion stieg in den Monaten Oktober bis Dezember im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,3 Prozent. Der Branchenumsatz erhöhte sich um 9,5 Prozent auf 46,3 Milliarden Euro, die Erzeugerpreise zogen 2,7 Prozent an. Die Betriebe rechneten auch für 2018 mit guten Geschäften, berichtete der VCI aus seiner Branche.

“Trotzdem sind bessere Bedingungen für Innovationen und Investitionen gefragt, damit die Industrie weiter wettbewerbsfähig bleibt”, betonte Tillmann. Wichtige Bausteine dafür seien eine steuerliche Forschungsförderung und eine alternative Finanzierung der Energiewende. So sei es bisher in Deutschland kaum gelungen, ähnlich wie in den USA der Innovationskraft mit Steueranreizen auf die Sprünge zu helfen. Zudem befürworte die chemische Industrie zwar den Wandel hin zu erneuerbaren Energien. Die Kosten dafür müssten aber stabilisiert werden. Den Weg dorthin hätten die künftigen Koalitionspartner in Berlin bisher nicht klar dargestellt. Vielmehr werde die Energiepolitik von Union und SPD dazu führen, dass Strom für die Verbraucher in den nächsten Jahren noch teurer werde.

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