September 11, 2018 / 5:10 AM / a month ago

Medien - Maaßen relativiert Äußerungen zu Chemnitz

Berlin (Reuters) - Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen hat Medienberichten zufolge seine umstrittenen Äußerungen über rechtsextreme Ausschreitungen in Chemnitz relativiert.

FILE PHOTO: Hans-Georg Maassen, President of the Federal Office for the Protection of the Constitution, attends a Reuters interview in Berlin, Germany January 30, 2018. Picture taken January 30, 2018. REUTERS/Axel Schmidt/File Photo

Maaßen zweifele nun nicht mehr an der Echtheit eines im Internet veröffentlichten Videos, berichtete die “Süddeutsche Zeitung” am Montagabend. Zudem sei er falsch verstanden worden, heiße es in dem Schreiben Maaßens an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Maaßen hatte am Montag einen schriftlichen Bericht mit seinen Einschätzungen zu den Ereignissen in Chemnitz an Seehofer und das Kanzleramt übermittelt.

Der “Spiegel” berichtete, Maaßen bestreite nicht mehr, dass das von ihm in Zweifel gezogene Video echt sei - also in Chemnitz am Sonntag vor zwei Wochen aufgenommen worden sei und einen Angriff von Rechtsextremen im Zuge einer Demonstration zeige. Stattdessen kritisiere Maaßen nur noch, dass die schnelle Veröffentlichung des Videos in großen Medien unseriös gewesen sei, weil niemand die Quelle und die Echtheit der Aufnahme zu dem Zeitpunkt hätte einschätzen können, heiße es aus Maaßens Umfeld.

Die “FAZ” berichtete, Maaßen schreibe sinngemäß in seinem Bericht, er habe nicht behauptet, dass das Video im Wortsinne gefälscht oder Ergebnis einer Manipulation sei. Er habe nur darauf hinweisen wollen, dass es nach seinem Kenntnisstand der vergangenen Woche unzulässig gewesen sei, aus dem Video abzuleiten, es habe in Chemnitz Hetzjagden gegeben.

Der Verfassungsschutz-Chef hatte der “Bild” Ende vergangener Woche gesagt, es lägen keine Belege dafür vor, “dass das im Internet kursierende Video zu diesem angeblichen Vorfall authentisch ist.” Zudem hatte er erklärt, die Skepsis gegenüber den Medienberichten zu rechtsextremistischen Hetzjagden in Chemnitz würden von ihm geteilt. Dem Verfassungsschutz lägen “keine belastbaren Informationen darüber vor, dass solche Hetzjagden stattgefunden haben”.

Seehofer hatte von Maaßen bis Montag eine Begründung verlangt, worauf er seine Thesen stützt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte von Hetzjagden in Chemnitz gesprochen. SPD-Chefin Andrea Nahles forderte am Montag, Maaßen müsse seine Beweggründe darlegen, warum er Merkel öffentlich widersprochen habe. “Sollte er dazu nicht in der Lage sein, ist er in seinem Amt nicht länger tragbar.”

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