March 9, 2020 / 7:19 AM / 24 days ago

Deutsche Exporteure unter Druck - China-Geschäft schrumpft

A man carries a shopping bag in the colours of the German national flag in downtown Hanover June 26, 2012. Hanover, a bustling industrial and trading hub on the fertile plain of northern Germany, is a world away from the recession engulfing Greece, Spain and other parts of Europe. German consumer morale actually rose going into July, a key survey by GfK market research group showed this week, on hopes of higher wages, though it also revealed greater pessimism about the economic outlook due to the euro crisis. Picture taken June 26. To match story EUROZONE-GERMANY/MOOD REUTERS/Fabian Bimmer (GERMANY) - Tags: BUSINESS)

Berlin (Reuters) - Die deutschen Exporteure haben auch wegen der stark gesunkenen Nachfrage aus China infolge der Coronavirus-Epidemie einen schwachen Jahresauftakt erwischt.

Ihre Ausfuhren fielen im Januar um 2,1 Prozent zum Vorjahresmonat auf 106,5 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Ein Grund dafür ist die schwache Nachfrage aus China, wo wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus viele Fabriken und Geschäfte zeitweise schließen mussten. Die Exporte dorthin nahmen um 6,5 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro ab. “Die Unruhe auf dem Weltmarkt verhagelt den Jahresauftakt im Außenhandel”, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Holger Bingmann. “Mit dem Coronavirus ist nunmehr ein zusätzlicher Faktor ins Spiel gekommen, der die Weltwirtschaft deutlich belasten wird.”

Gegen einen drastischen Konjunktureinbruch schon im laufenden ersten Quartal spricht allerdings die robuste Industrieproduktion. Sie wuchs im Januar mit 2,9 Prozent zum Vormonat so kräftig wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Zuvor waren bereits die Aufträge so stark gestiegen wie zuletzt vor fünfeinhalb Jahren. “Die Industrieproduktion hat sich in den vergangenen Monaten stabilisiert”, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. Wegen der Coronavirus-Epidemie warnt es aber vor Rückschlägen: “Trotz der zuletzt wieder günstigeren Entwicklung der Auftragseingänge und des Geschäftsklimas bleibt der Ausblick für das Produzierende Gewerbe angesichts der neuen Risiken durch die Ausbreitung des Coronavirus mit Unsicherheiten behaftet.”

“AUSBREITUNG DES VIRUS WIRD SPUREN HINTERLASSEN”

Die gesamte Produktion - zu der neben der Industrie auch Bau und Energieversorger zählen - wuchs im Januar um 3,0 Prozent. Ökonomen hatten hier lediglich mit einem Plus von 1,7 Prozent gerechnet. Experten erwarten allerdings, dass die künftigen Konjunkturdaten schlechter ausfallen werden. “Je weiter wir aber in das erste Quartal vordringen, desto stärker werden alle positiven Entwicklungen gegenüber den Belastungen durch Corona in den Hintergrund treten”, sagte DekaBank-Volkswirt Andreas Scheuerle. “Bereits in den Februar-Zahlen dürfte die Ausbreitung des Virus ihre Spuren hinterlassen”, sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. “Dies gilt nicht nur für die Industrie, die zunehmend unter einer schwächeren Nachfrage aus Asien und fehlenden Vorprodukten leiden wird.” Es mehrten sich zudem die Anzeichen, dass auch die Dienstleister mehr und mehr leiden - etwa Hoteliers, Gastronomen und Messebauer. Solveen rechnet deshalb damit, dass die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal “leicht schrumpfen wird”.

Wie es danach weitergeht, hängt für die exportabhängige deutsche Wirtschaft vor allem von der Weltkonjunktur ab. Hier sieht es derzeit nicht gut aus: Die Investment-Beratungsfirma Sentix meldete einen bislang beispiellosen Einbruch ihres Barometers innerhalb eines Monats in allen Weltregionen. Der globale Konjunktur-Gesamtindex fiel im März von plus 8,1 Zählern auf minus 12 Punkte. Nie zuvor sei ein so starker synchronisierter Einbruch der Welt-Konjunktur in den Sentix-Daten messbar gewesen, so Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner. “Damit reiht sich der aktuelle Einbruch in eine unrühmliche Kette: Lehman (2008), Fukushima (2011) und die Öl-Kreditkrise (2016)”, erklärte Sentix.

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