October 2, 2008 / 3:43 PM / 11 years ago

Melamin-verseuchte Bonbons aus China in Deutschland aufgetaucht

Berlin/Wien (Reuters) - Der Skandal um verseuchte Milchprodukte aus China hat Deutschland erreicht: In mehreren Bundesländern tauchten am Donnerstag chinesische Bonbons der Marke “White Rabbit” auf, in denen die Chemikalie Melamin nachgewiesen wurde.

Das Verbraucherschutzministerium von Baden-Württemberg warnte vor dem Verzehr, nachdem am Mittwoch die Bonbons in einem Stuttgarter Asia-Shop entdeckt wurden. Es bestehe nach bisheriger Abschätzung bei einem Melamin-Gehalt von 152 Milligramm pro Kilo aber keine Gesundheitsgefahr durch den Verzehr einzelner Drops.

Die Kontrolleure stellten in Asia-Läden in Karlsruhe und Göppingen weitere Produkte der Marken “White Rabbit” und “White Rabbit Chocolate” sicher. Die Weichkaramelle wurden von dem chinesischen Hersteller Guanshengyuan produziert, der zur Bright Food Group aus Shanghai gehört. Die Firma und sein niederländischer Vertreiber Liroy B.V. starteten eine Rückrufaktion.

In Bochum und Dortmund nahmen Kontrolleure ebenfalls verdächtige Bonbons aus den Regalen von Asia-Läden. In Hamburg wurden Kekse von einem niederländischen Großhändler vorsorglich aus dem Verkehr gezogen. Betroffen sind Schokoladenkekse und Maronen-Gebäck der Marke “Koala”, die von der Firma Lotte China Foods hergestellt wurden. In Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Berlin sind nach Angaben der zuständigen Behörden bisher keine Melamin-verseuchten Produkte aufgetaucht.

In einem China-Restaurant im österreichischen Graz wurde am Donnerstag ein Milchmixgetränk gefunden, bei dem der Grenzwert für Melamin überschritten war. Das Gesundheitsministerium nimmt weiter Lebensmittelproben, warnte aber vor einer Panikreaktion. In Asien zogen die Behörden in Taiwan und Südkorea verdächtige Milchprodukte aus dem Verkehr.

Melamin ist eine Chemikalie, die zur Kunststoffherstellung verwendet wird und vor allem in chinesischer Säuglingsnahrung aus Milchpulver nachgewiesen wurde. Vergangene Woche wurden ein EU-weites Einfuhrverbot von Babynahrung aus China verhängt und zusätzliche Überwachungsmaßnahmen angeordnet.

In China nahm die Polizei vor wenigen Tagen 22 Personen fest, denen Medienberichten zufolge vorgeworfen wird, an der Beimischung von Melamin in Milchprodukten beteiligt gewesen zu sein. Durch die Chemikalie sollte ein höherer Proteingehalt in Lebensmitteltests vorgetäuscht werden. Zehntausende Kinder mussten in der Volksrepublik behandelt werden. Vier Kinder starben, nachdem sie verseuchte Milch getrunken hatten.

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