February 13, 2020 / 10:10 AM / 10 days ago

DIHK befürchtet Nachteile für Deutschland durch Teilabkommen USA-China

The logos of the Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbaende BDA (Confederation of German Employers' Association (BDA), Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. BDI (Federation of German Industries) and Deutsche Industrie- und Handelskammer DIHK (Association of German Chambers of Industry and Commerce) are pictured at their common headquarters in Berlin, Germany, February 15, 2019. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft sieht das Inkrafttreten des ersten Teilhandelabkommens zwischen den USA und China an diesem Freitag mit gemischten Gefühlen.

“Positiv ist, dass eine weitere globale Eskalation bei den Zöllen vorerst vermieden wird”, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. “Belastend ist, dass der Großteil der Strafzölle bestehen bleibt.” Bis zu einer echten Entspannung im Welthandel sei es daher noch ein weiter Weg. Über die internationalen Lieferketten seien deutsche Unternehmen unmittelbar Leidtragende des Handelskonflikts. “Schließlich sind die USA und China unsere Exportmärkte Nummer eins und drei”, sagte Schweitzer.

Am 15. Januar hatten die USA und China ein erstes Teilabkommen (“Phase-1-Deal”) zur Entschärfung ihres Handelsstreits unterzeichnet. China soll nach US-Angaben in den nächsten beiden Jahren für zusätzlich mindestens 200 Milliarden Dollar amerikanische Waren kaufen, um das riesige Handelsdefizit der Vereinigten Staaten zu verringern. “Durch die Zusage Chinas, deutlich mehr amerikanische Industriegüter zu importieren, drohen Verschiebungseffekte zulasten der deutschen Industrie”, warnte Schweitzer.

Die EU-Exporte in die Volksrepublik dürften laut einer Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) im Jahr 2021 voraussichtlich um 10,8 Milliarden Dollar geringer ausfallen - verglichen mit einem Szenario, in dem es das Abkommen und den Zollkrieg nicht gegeben hätte. Damit trage die EU rund ein Sechstel der Handelsumlenkung, die durch das Abkommen ausgelöst werde. Die größten Verlierer sind demnach die Hersteller von Flugzeugen (-3,7 Milliarden Dollar), Fahrzeugen (-2,4 Mrd) und Maschinen (-1,4 Mrd) in der Europäischen Union. “Die betroffenen Industrien sitzen vor allem in Deutschland, aber auch Frankreich ist erheblich getroffen”, sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr.

Offen ist dem DIHK zufolge, ob das Abkommen mit den Welthandelsregeln konform ist. “Im Geiste widerspricht der Deal den Grundsätzen des Freihandels”, kritisierte Schweitzer. “Dieses Modell darf kein Vorbild für weitere Handelsvereinbarungen werden.” Daher sei eine handlungsfähige Welthandelsorganisation WTO wichtig.

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