October 30, 2019 / 10:29 AM / 19 days ago

Commerzbank macht Comdirect-Aktionären Übernahmeangebot

A Commerzbank logo is pictured after the bank's annual news conference in Frankfurt, Germany, February 12, 2016. REUTERS/Ralph Orlowski/File Photo

Frankfurt (Reuters) - Die Commerzbank hat den Aktionären ihrer Tochter Comdirect ein Übernahmeangebot vorgelegt.

Die Anteilseigner sollen je Aktie 11,44 Euro in bar erhalten, teilte das Frankfurter Institut am Mittwoch mit. Das Angebot läuft bis zum 6. Dezember und steht unter der Voraussetzung, dass die Commerzbank dann 90 Prozent der Comdirect-Aktien hält. Dann kann sie die restlichen Aktionäre zwangsabfinden und herausdrängen. Der Commerzbank gehören bereits 82 Prozent der Anteile an der Direktbank. Ob die Commerzbank mit ihrer Offerte Erfolg hat, ist jedoch fraglich: Zwar bietet sie einen Aufschlag von 25 Prozent auf den Aktienkurs vor Bekanntwerden der Übernahmepläne im September, doch aktuell notiert die Comdirect-Aktie mit 13,60 Euro deutlich über dem Angebotspreis.

Mit Hilfe der Comdirect will die Commerzbank noch stärker auf das Online- und Smartphone-Banking setzen. Zudem verspricht sie sich 150 Millionen Euro an Einsparungen, da IT-Lösungen künftig nicht mehr doppelt entwickelt werden müssen und doppelte Funktionen wegfallen. Das werde auch zu einem Arbeitsplatzabbau führen, erklärte die Commerzbank in der Angebotsunterlage, schwieg aber dazu, wie viele der 1300 Comdirect-Stellen betroffen sein werde. Dies sei ebenso abhängig von dem noch zu erarbeitenden Integrationskonzept wie die zukünftige Rolle des Comdirect-Standorts Quickborn bei Hamburg. Konzernweit will die Commerzbank in den kommenden Jahre 4300 Stellen abbauen.

LANGWIERIGER ÜBERNAHMEPROZESS DROHT

“Wir machen den Aktionären der Comdirect ein attraktives Angebot”, warb Commerzbank-Chef Martin Zielke für die Übernahmeofferte. “Die Aktie der Comdirect wurde in den letzten zehn Jahren zumeist unter dem Angebotspreis gehandelt.” Dass die Comdirect-Aktie zuletzt über dem Angebotspreis notierte, sei Spekulationen über eine mögliche Erhöhung des Angebots geschuldet. Dies schloss Zielke jedoch aus.

Wenn die Commerzbank mit ihrem Übernahmeangebot nicht genügend Aktien einsammelt, will sie stattdessen ihre Mehrheit von 82 Prozent nutzen, um auf Hauptversammlungen eine Verschmelzung der beiden Institute durchzudrücken. Dafür müssten aber zunächst unter anderem Gutachten zum Wert der Commerzbank und der Comdirect erstellt werden. Diesen langwierigen Prozess will das Geldhaus nach Möglichkeit vermeiden.

Sollte die Commerzbank den alternativen Übernahmeweg beschreiten müssen, erhielten die Comdirect-Aktionäre statt Bargeld Commerzbank-Aktien für ihre Anteile. Ob sich die Transaktion für diese Anleger lohnt, hinge dann auch von der künftigen Kursentwicklung der Commerzbank-Aktie ab. Das Papier hat in den vergangenen Jahr stark an Wert verloren und notiert aktuell bei 5,50 Euro.

Die Übernahme der restlichen Comdirect-Anteile lässt sich die Commerzbank rund 290 Millionen Euro kosten. Zur Finanzierung der Offerte nutzt das Geldhaus nach eigenen Angaben vorhandene Liquidität.

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