May 13, 2020 / 2:44 PM / 17 days ago

Commerzbank-Aktionäre erteilen Management einen Dämpfer

FILE PHOTO: A company logo is pictured at the headquarters of Germany's Commerzbank AG during the annual results news conference in Frankfurt, Germany, February 13, 2020. REUTERS/Ralph Orlowski/File Photo

Frankfurt (Reuters) - Die Unzufriedenheit der Commerzbank-Aktionäre mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wächst.

Auf der Hauptversammlung am Mittwoch stimmten nur 89,8 Prozent der Aktionäre für die Entlastung des Vorstands um Konzernchef Martin Zielke, für die des Aufsichtsrats sprachen sich 89,4 Prozent aus. Im vergangenen Jahr hatten die Anteilseigner beide Gremien jeweils noch mit mehr als 99 Prozent entlastet. Auch bei der Abstimmung zum Vergütungssystem für den Vorstand brachten die Eigentümer ihren Unmut zum Ausdruck: Nur 76,5 Prozent billigten es.

Wenige Stunden vor der Hauptversammlung, die wegen der Corona-Pandemie allein im Internet stattfand, hatte die Commerzbank tiefrote Zahlen für das erste Quartal präsentiert und das Ziel eines Gewinns für 2020 als “sehr ambitioniert” bezeichnet. Zudem müssen die Anleger einmal mehr auf eine Dividende verzichten. Das geht auch zu Lasten des Steuerzahlers: Denn der Bund ist mit 15,6 Prozent auch ein Jahrzehnt nach der milliardenschweren Rettung der Bank in der Finanzkrise immer noch der größte Anteilseigner. Ein Ausstieg ist nicht in Sicht. Die Commerzbank-Aktie verlor sechs Prozent auf 3,02 Euro und notiert damit nicht weit entfernt vom Mitte März erreichten Rekordtief von 2,80 Euro.

“DAUER-BAUSTELLE OHNE FORTSCHRITTE”

Bei der Commerzbank jagt ein Sparprogramm das nächste, dennoch blieb die Ertragskraft schon vor der Corona-Krise schwach. Klaus Nieding von der Aktionärsvereinigung DSW fragte daher, “ob die Bank eine Dauer-Baustelle ohne richtige Fortschritte ist.” Der übliche Schlagabtausch auf der Hauptversammlung blieb jedoch aus, da die Aktionäre nur im Voraus Fragen einreichen und sich nicht selbst zu Wort melden konnten. Zielke, Finanzchefin Bettina Orlopp und Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann wechselten sich beim Vorlesen und der Beantwortung der insgesamt 182 Fragen von 20 Aktionären bzw. Aktionärsvertretern ab.

Die Bank versprach, dass die virtuelle Hauptversammlung nach Möglichkeit eine Ausnahme bleiben soll, obwohl sie dadurch rund 1,5 Millionen Euro einsparte. Das nächste Aktionärstreffen soll am 5. Mai 2021 in Wiesbaden stattfinden. “Ich hoffe, dass wir sie dort wieder persönlich in großer Zahl begrüßen können”, sagte Schmittmann und schloss die Hauptversammlung nach gut vier Stunden.

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