July 3, 2018 / 5:52 AM / 5 months ago

Commerzbank verkauft ETF-Sparte an Societe Generale

FILE PHOTO: A Commerzbank logo is pictured before the bank's annual news conference in Frankfurt, Germany, February 9, 2017. REUTERS/Ralph Orlowski/File Photo

Frankfurt (Reuters) - Die Commerzbank verkauft ihr Geschäft mit börsengehandelten Fonds (ETFs) und Aktienderivaten an die französische Großbank Societe Generale.

“Wir vereinfachen unser Geschäft”, sagte Commerzbank-Chef Martin Zielke am Dienstag. Das Geldhaus senkt mit dem Verkauf seine Kosten und Bilanzrisiken (RWA), verliert aber auch Erträge. Rund 500 Mitarbeiter sollen zur Societe Generale wechseln. Zum Kaufpreis für das in der Sparte EMC gebündelte Geschäft schwiegen sich die beiden Banken aus. In Medienberichten war in den vergangenen Monaten von einem dreistelligen Millionen-Euro-Betrag die Rede.

Societe Generale kann durch die Übernahme ihre Position als einer der größten ETF-Anbieter in Europa stärken. Unter der Marke “ComStage” verwaltet die Commerzbank bisher Vermögen von rund neun Milliarden Euro - zu wenig, um auf Dauer mit den Großen der Branche wie Blackrock oder der Societe Generale mit ihrer ETF-Marke Lyxor zu konkurrieren. “Für Anleger, die im Besitz unserer Produkte sind, werden wir einen reibungslosen und transparenten Übergang sicherstellen”, versprach EMC-Bereichsvorstand Roberto Vila.

Die Commerzbank hatte sich bereits Ende 2016 bei der Vorstellung ihrer neuen Strategie entschieden, sich von der Sparte Equity Markets & Commodities (EMC) zu trennen, weil das Geschäft zu kapitalintensiv ist. Durch den Verkauf will das Geldhaus die Kosten bis Ende 2020 um mindestens 200 Millionen Euro drücken, die Bilanzrisken (RWA) um drei Milliarden Euro abbauen und Kapital für das Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden freisetzen.

Die Handelsbücher sollen ab Ende 2018 schrittweise an die Franzosen übertragen werden. Im Laufe des Jahres 2019 werden die Erträge der Sparte EMC aus der Bilanz verschwinden. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete EMC Bruttoerträge von 381 Millionen Euro. Dem Verkauf müssen noch die zuständigen Behörden und die Arbeitnehmervertreter zustimmen.

An der Kapitalmarktfinanzierung, also der Beratung bei Börsengängen und Kapitalerhöhungen, dem Aktienhandel und die Aktienanalyse hält die Commerzbank dagegen fest. “Als Marktführer im deutschen Firmenkundengeschäft werden wir unseren Kunden natürlich auch weiterhin das volle Spektrum der Kapitalmarktprodukte anbieten”, sagte Firmenkundenvorstand Michael Reuther. “Dazu gehören auch Absicherungsprodukte für Rohstoffrisiken sowie der Aktienhandel.”

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