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Unternehmensnachrichten

Scholz zu Commerzbank - "Viele Bemühungen um mutige Enscheidungen"

FILE PHOTO: A woman searches in a dustbin in front of a branch of Germany's Commerzbank in Frankfurt May 10, 2013. REUTERS/Lisi Niesner (GERMANY - Tags: BUSINESS)/File Photo

Frankfurt (Reuters) - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plädiert beim Umbau der Commerzbank für mehr Geduld.

“Ich glaube, dass wir jetzt doch sehen, dass sich viele bemühen, der Commerzbank eine gute Zukunft zu geben und mutige Entscheidungen zu treffen”, sagte Scholz am Donnerstag bei einer Bankenkonferenz in Frankfurt. “Das haben viele sehr positiv aufgenommen und ich finde, das sollte jetzt erstmal begleitet werden.” Der Bund ist seit der Finanzkrise mit einem Anteil von 15 Prozent größter Aktionär der Commerzbank. Er musste das Institut damals mit Milliardengeldern stützen.

Die Commerzbank steht derzeit besonders im Fokus, weil Anfang Juli Vorstandschef Martin Zielke und Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann gleichzeitig ihren Rücktritt angekündigt hatten. Der US-Finanzinvestor Cerberus, der ebenfalls beteiligt ist an der Bank, hatte zuvor angesichts der schlechten Kursentwicklung eine öffentliche Kampagne gegen die Führungsspitze gestartet. Schmittmanns Nachfolger ist der frühere LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter. Für Zielke, der die Bank spätestens Ende des Jahres verlässt, sucht die Commerzbank Insidern zufolge auch extern nach einem Kandidat. Die Führungskrise lähmt das Institut, das wegen der Corona-Pandemie und der Wirecard-Pleite im laufenden Jahr rote Zahlen erwartet. Seit Monaten schraubt die Bank bereits an einer Verschärfung des Sparkurses. Der Aufsichtsrat will am 17. September detailliert darüber diskutieren, wie ein Insider sagte. Entscheidungen sollen jedoch erst fallen, wenn ein neuer Chef oder eine neue Chefin da ist.

Die Pläne sahen zuletzt den Abbau von insgesamt 10.000 Jobs - rund einem Viertel der Vollzeitstellen - und die Schließung der Hälfte der einst 1000 Filialen vor, um die Rendite mittelfristig auf sieben Prozent von zuletzt rund drei Prozent zu heben. Vor kurzem hatte sich die Bank bereits entschlossen, 200 wegen der Corona-Pandemie geschlossene Zweigstellen nicht mehr wiederzueröffnen.

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