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Unternehmensnachrichten

Commerzbank wegen Corona-Krise und Umbau mit Verlust

FILE PHOTO: The headquarters of the Commerzbank is pictured before the bank's annual news conference in Frankfurt, Germany, February 8, 2018. REUTERS/Ralph Orlowski/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD

Frankfurt (Reuters) - Die Corona-Krise und die Kosten des Konzernumbaus haben die Commerzbank im dritten Quartal in die roten Zahlen gedrückt.

Unter dem Strich stand ein Verlust von 69 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 297 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie die Commerzbank am Donnerstag mitteilte. Der Vorstand rechnet weiterhin auch im Gesamtjahr mit einem Verlust. Die Vorsorge für Kreditausfälle in der Corona-Krise hat sich im dritten Quartal mit 272 (Vorjahr: 114) Millionen Euro mehr als doppelt. Zudem belastete die Schließung von 200 der 1000 Filialen und der Stellenabbau die Bank mit gut 200 Millionen Euro. “Wir arbeiten weiter konsequent an den Kosten”, sagte Finanzchefin Bettina Orlopp. “Mit den Filialschließungen und den neuen Programmen für den Stellenabbau haben wir die Voraussetzungen für weitere Einsparungen geschaffen.”

Durch die Belastungen aus der Corona-Krise und die niedrigen Zinsen steigt der Druck auf die Bank. Die Konzernerträge sanken im dritten Quartal auf zwei (2,18) Milliarden Euro. Neben Sonder- und Bewertungseffekten habe eine Erhöhung der Rückstellung für Rechtsrisiken bei Fremdwährungskrediten der polnischen Tochter mBank dazu beigetragen.

Um gegenzusteuern, will die Commerzbank stärker auf die Kostenbremse drücken. Doch die geplante radikale Verschärfung des Sparkurses liegt auf Eis, bis der Deutsche-Bank-Manager Manfred Knof zum Jahreswechsel die Nachfolge von Commerzbank-Chef Martin Zielke antritt. Finanzkreisen zufolge sollen dem verschärften Sparkurs, den die Bank eigentlich bereits im Sommer auf den Weg bringen wollte, 10.000 Stellen und damit jeder vierte Job zum Opfer fallen.

Die Höhe des Verlusts im laufenden Jahr wird maßgeblich vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie abhängen. Die Bank rechnet derzeit weiterhin mit einer Risikovorsorge für faule Kredite von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro. Etwas optimistischer ist die Bank bei der Kapitalausstattung geworden. Sie erwartet nun eine harte Kernkapitalquote zum Jahresende von mindestens 13 (bisher: mindestens 12,5) Prozent. “Wir haben ein stabiles Kundengeschäft und eine starke Kapitalausstattung”, sagte Orlopp. “Das ist eine gute Basis für künftige Belastungen aus der Corona-Krise und für die weitere Neuausrichtung der Bank.”

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