May 11, 2020 / 12:41 PM / 20 days ago

Commerzbank scheitert mit Verkauf der mBank

Commerzbank's Polish unit mBank's logo is seen in Warsaw, Poland October 31, 2019. REUTERS/Kacper Pempel

Frankfurt (Reuters) - Die Commerzbank begräbt den geplanten Verkauf ihrer polnischen Tochter mBank.

“Im aktuell von der Corona-Krise geprägten Umfeld erscheint eine Transaktion zu attraktiven Bedingungen nicht erreichbar”, begründete das Frankfurter Institut am Montag die Entscheidung. Die Commerzbank hatte die polnische Tochter im Herbst zum Verkauf gestellt, um Kapital für den Konzernumbau freizuschaufeln. Doch schon vor der Corona-Krise stockten die Verkaufspläne: Es fand sich Insidern zufolge nur ein ernstzunehmender Bieter.

Als die Commerzbank den mBank-Verkauf im September ankündigte, konnte sie für ihren Anteil von 69,3 Prozent noch auf einen Preis von gut zwei Milliarden Euro hoffen. Doch der Wert der polnischen Tochter ist wegen der Corona-Krise und Rechtsstreitigkeiten um Schweizer-Franken-Kredite in Polen abgestürzt. Aktuell ist die gesamte mBank an der Börse nur rund 1,7 Milliarden Euro wert. Eine Reihe von Analysten hatten die Verkaufspläne zudem von Anfang an kritisiert, da die mBank wächst und deutlich profitabler ist als der Rest der Commerzbank.

“Es ist klar, dass wir ein so wertvolles Asset wie die mBank nur dann verkaufen, wenn die Bedingungen stimmen”, sagte Finanzchefin Bettina Orlopp. “Das von der Corona-Krise geprägte Kapitalmarktumfeld ermöglicht es uns jedoch nicht, eine attraktive Bewertung zu erzielen, die dem tatsächlichen Wert der mBank entspricht.” Trotz des gescheiterten Verkaufs könne sich die Commerzbank ihren Konzernumbau weiter leisten. “Unsere starke Kapitalposition gibt uns den Spielraum, unsere Strategie ‘Commerzbank 5.0’ auch ohne den mBank-Verkauf umzusetzen und die dafür geplanten Investitionen zu tätigen”, sagte Orlopp.

Die Commerzbank, die aktuell an einer Verschärfung ihres Sparkurses feilt, will den bisherigen Plänen zufolge die Kosten bis 2023 um 600 Millionen Euro drücken. Dazu sollen 4300 Stellen gestrichen und jede fünfte der 1000 Filialen geschlossen werden. Insgesamt lässt sich die Commerzbank den Umbau rund 1,6 Milliarden Euro kosten. Nach scharfer Kritik von Finanzaufsehern und Aktionären hatte die Commerzbank im Februar angekündigt, ihren Sparkurs noch einmal auszuweiten. Details will sie spätestens im August verkünden.

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