December 20, 2008 / 2:16 PM / 11 years ago

Hilfen für Commerzbank teurer als geplant

Frankfurt (Reuters) - Die Commerzbank muss für die staatlichen Kapitalhilfen in den ersten Jahren tiefer in die Tasche greifen als bislang geplant.

Die zum Jahresende gewährte stille Einlage von 8,2 Milliarden Euro werde mit neun Prozent jährlich verzinst, teilte die Bank am Freitagabend nach der Einigung mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) mit. Die Zinsen liegen damit am oberen Ende des von der EU-Kommission geforderten Korridors. Die Wettbewerbsbehörde hatte sich in den vergangenen Wochen mit der Bundesregierung über die Konditionen des deutschen Rettungspaketes gestritten, dieses aber schließlich genehmigt, wenn die Staatshilfen mit 7,0 bis 9,3 Prozent verzinst werden.

Die Commerzbank ist die erste deutsche Geschäftsbank, die sich über den Rettungsfonds der Bundesregierung frisches Kapital besorgt. Ursprünglich war das Institut davon ausgegangen, dass die 8,2 Milliarden Euro in zwei Tranchen aufgeteilt werden: Für die erste sollten 8,5 Prozent Zinsen gezahlt werden und für die zweite 5,5 Prozent, was der EU allerdings zu wenig war. Bei der zweiten Tranche sollte der Staat außerdem bis zu 150 Prozent des geliehenen Betrags erhalten. Nach der jetzigen Vereinbarung entfällt dies jedoch und die Rückzahlung erfolgt zum Nominalwert, was die langfristige Zinsbelastung reduziert. In Jahren mit Dividendenzahlungen steigt zudem der Zinssatz. Für 2009 und 2010 darf die Bank keine Dividende ausschütten.

Mit der stillen Einlage des Bundes soll die Kernkapitalquote der Commerzbank auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau von fast elf Prozent steigen - zuletzt lag das Geldhaus bei 7,6 Prozent. Das Institut bekommt nun außerdem Garantien über 15 Milliarden Euro. Im Gegenzug vereinbarte die Commerzbank mit dem SoFFin ein Kreditprogramm zur Stärkung des deutschen Mittelstands: Die Bank will 2,5 Milliarden Euro zusätzlich für Mittelstandskredite zur Verfügung stellen. Diese sollen marktüblich verzinst werden.

Der Bund hatte für die Inanspruchnahme der Kapitalhilfen gefordert, dass die Banken den Mittelstand mit Krediten versorgen. Nach den Worten von Vorstandschef Martin Blessing ging die Commerzbank hier schon bislang als Vorbild voran. “In den ersten elf Monaten des laufenden Jahres ist unser Kreditvolumen im deutschen Mittelstand zweistellig auf rund 43 Milliarden Euro gewachsen”, erklärte Blessing. “Jetzt nutzen wir in einem unverändert schwierigen wirtschaftlichen Umfeld die Erhöhung des Kernkapitals auch dazu, unser Kreditvolumen zusätzlich auszuweiten.”

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below