January 16, 2020 / 9:46 AM / 4 days ago

Condor mit Gewerkschaften einig über Einsparungen

A view of a Condor airlines Airbus A320-212 empennage as it takes off on the day its travel firm parent company Thomas Cook collapsed, at Jerez de la Frontera Airport, Spain September 23, 2019. REUTERS/Jon Nazca

Frankfurt (Reuters) - Der Ferienflieger Condor ist im Überlebenskampf nach der Pleite seines Mutterkonzerns einen Schritt weitergekommen.

Die Airline schloss mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO einen Tarifvertrag zum Abbau von 150 der 2400 Arbeitsplätze in der Kabine. “Wir können bestätigen, dass wir mit allen Sozialpartnern für sämtliche Berufsgruppen bei Condor tragfähige Tarifverträge abgeschlossen haben”, erklärte eine Sprecherin von Condor am Donnerstag. “Das ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Zukunft von Condor.” Zuvor hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bereits grünes Licht zur Streichung der 150 Flugbegleiterstellen gegeben. “Um den Fortbestand der Condor zu sichern, haben wir letzten Endes zugestimmt, den veröffentlichten Abschluss mit Verdi in vielen Teilen mitzutragen”, erklärte UFO. Doch seien zusätzlich Abfindungen und andere Regelungen vereinbart worden, um den Abbau weitgehend sozialverträglich ohne Kündigungen zu vollziehen.

Condor will die Kosten kräftig senken, um neue Eigentümer zu finden, nachdem der britische Mutterkonzern Thomas Cook im vergangenen Jahr pleiteging. Die Konkurrentin von Lufthansa und TUI fly konnte dennoch dank eines auf sechs Monate befristeten Staatskredits über 380 Millionen Euro und eines speziellen Insolvenzverfahrens weiterarbeiten. Zum Zeitpunkt der Pleite beschäftigte Condor rund 4900 Mitarbeiter.

Verdi und der Betriebsrat von Condor hatten bereits dem Wegfall von 170 Stellen in der Verwaltung zugestimmt. Im Cockpit gibt es keinen Personalabbau. Die Airline handelte mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit aber Beschäftigungskonditionen aus, die Einsparungen ermöglichen. Ende Januar sollen neue Eigentümer präsentiert werden. Die “Wirtschaftswoche” hatte im Dezember ohne Angabe von Quellen berichtet, mindestens drei mögliche Käufergruppen hätten unverbindliche Angebot vorgelegt. Darunter sei der US-Investor Apollo.

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