November 21, 2018 / 11:05 AM / 18 days ago

Conti - Entscheiden unabhängig von Subventionen über Batteriezellen

A self-driving car is tested by German company Continental on the A2 motorway in Hanover, Germany April 25, 2018. REUTERS/Fabian Bimmer

Frankfurt (Reuters) - Die von der Bundesregierung geplante Milliardensubvention für eine Batteriezellfertigung in Deutschland ermutigt den Autozulieferer Continental nicht zum Sprung ins kalte Wasser.

“Die Debatte hat auf uns keinen großen Einfluss. Wir müssen eine Entscheidung treffen, die machen wir nicht abhängig von Fördergeldern”, sagte Continental-Chef Elmar Degenhart am Dienstagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Während Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bis Anfang nächsten Jahres eine Milliarde Euro Anschubfinanzierung wohl auf mehrere Firmenkonsortien verteilen will, lässt sich der Dax-Konzern aus Hannover weiter Zeit mit der schwierigen Entscheidung über die teure Investition. “Die Frage ist, ob wir dabei sein müssen”, sagte Degenhart. “Wir lassen uns diesbezüglich nicht unter Druck setzen.” Eine Entscheidung solle erst nach 2020 fallen.

Batteriezellen sind die Schlüsseltechnologie für Elektroautos, die zur Einhaltung strengerer Klimaschutzvorschriften bis zum nächsten Jahrzehnt mit Macht auf den Markt kommen sollen. Bisher dominieren Hersteller aus Asien. Die Bundesregierung drängt aber auf das Engagement deutscher Unternehmen, damit die deutsche Autoindustrie nicht zu abhängig wird und dabei Technologieführerschaft und Gewinnquellen verliert. Von den Autobauern zieht inzwischen Volkswagen den Einstieg in die Zellfertigung in Betracht, denn Europas größter Autokonzern braucht für seine Flotte eine ausreichend große Stückzahl. Doch nicht mal der Conti-Rivale und Marktführer unter den Zulieferern Bosch wollte das Milliardenrisiko eingehen, das mit der Investition in eine Chemiefabrik zur Zellfertigung verbunden ist. Denn der geplante Absatzanstieg von Elektroautos ist vor allem von der Regulierung getrieben und weniger von der Kundennachfrage und daher höchst ungewiss, wie auch Degenhart erklärte.

Conti hadert daher mit der Entscheidung, wie der Vorstandschef weiter verdeutlichte. Eine Gigafabrik bedeute eine Investition von drei bis vier Milliarden Euro. Wenn der Zulieferer zum Beispiel bis 2030 dafür zehn Milliarden Euro ausgeben wolle und das in den Sand setzen würde, hätte er ein Riesenproblem. Er sei außerdem überzeugt, dass sich ein Einstieg erst nach einem Technologiesprung von der Lithium-Ionen-Zelle zur Festkörperzelle lohne, der aber erst nach 2025 erwartet werde. Wenn überhaupt, würde sich Conti mangels eigener Erfahrung mit der Batterieproduktion nur mit einem Partner daran wagen, der Entwicklungskompetenz in Elektrochemie habe. “Der Elektroantrieb ist für uns auch ohne Zelle eine Wachstumschance.”

Der Umschwung zu Elektromobilität setzt das Kerngeschäft mit Verbrennungsmotoren auch bei Continental immer stärker unter Druck. Der Dax-Konzern hat deshalb einen Umbau beschlossen, bei dem das Antriebsgeschäft “Powertrain” verselbständigt und Mitte 2019 an die Börse gebracht werden soll. Hier laufe alles nach Plan, erklärte Degenhart. “Wir können aber nicht ausschließen, wenn der Markt nicht performt, dass wir eine Verschiebung vornehmen müssen”, bekräftigte er.

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