October 25, 2018 / 12:08 PM / in 24 days

Continental schneidet beim Gewinn doch etwas besser ab

The logo of Continental AG, a German automotive manufacturing company specialized in tyres, brakes and car safety products is pictured on a rim at the company's stand during the Hannover Fair in Hanover, Germany, April 25, 2016. REUTERS/Wolfgang Rattay

Hamburg (Reuters) - Der Zulieferer Continental sieht sich trotz zunehmenden Gegenwinds für die Automobilindustrie auf Kurs für seine gesenkten Jahresziele.

Der Umsatz lag im dritten Quartal wegen der schwächeren Automobilproduktion in China und Europa mit 10,8 Milliarden Euro zwar am unteren Ende der eigenen Erwartungen, wie Finanzchef Wolfgang Schäfer der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview sagte. Aber beim bereinigten Betriebsgewinn habe der Dax-Konzern aus Hannover mit 770 Millionen Euro das selbst gesteckte Ziel übertroffen. Hier waren die Niedersachsen nach zwei Prognosekorrekturen im April und August zuletzt von gut 700 Millionen Euro ausgegangen.

“Die bereinigte Umsatzrendite sollte im Gesamtjahr wie angekündigt über neun Prozent liegen”, bekräftigte Schäfer. Der ganze Konzern arbeite derzeit mit Hochdruck daran, sich auf das geringere Wachstum einzustellen. Der Kostendruck sei deutlich höher als in der Vergangenheit. Deshalb werde in einigen Bereichen auf die Bremse getreten, dazu seien auch Sparprogramme aufgelegt worden. “Die Optimierung der Lieferkette, der Produktionsprozesse, die Fixkostenüberprüfung, das sind Themen”, eräuterte Schäfer, ohne konkreter zu werden. Auch ein Personalabbau sei möglich, allerdings mit Augenmaß. Entschieden sei darüber noch nicht, betonte Schäfer. Einzelheiten wird Continental möglicherweise schon mit den Quartalszahlen am 8. November bekanntgeben.

Conti hatte Ende August überraschend zum zweiten Mal binnen weniger Monate seine Geschäftsziele eingedampft - unter anderem weil sich die Sparte Antriebstechnik (Powertrain), die für einen Börsengang im nächsten Jahr fit gemacht wird, nicht wie erwartet entwickelte. Schäfer betonte nun, dass die Pläne für die Powertrain-Sparte nicht durch die Marktschwäche in China und Europa infrage gestellt würden. Denn dabei gehe es um eine strategische Neuausrichtung. Es gelte unverändert das Ziel, etwa 25 Prozent der Aktien der Powertrain-Sparte an der Börse zu platzieren.

Die Autobranche kämpft derzeit unter anderem mit den Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und China und den Kosten der hausgemachten Dieselkrise. Daimler und BMW haben deshalb ebenfalls ihre Ziele heruntergeschraubt. Volkswagen will seine Zahlen für das abgelaufene Quartal am Dienstag präsentieren. Dann wird sich zeigen, ob auch der weltgrößte Autobauer, der zu den größten Kunden von Conti zählt, seine Prognose nachjustieren muss.

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