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Seehofer pocht auf Vertagung von CSU-Personaldebatte
12. Oktober 2017 / 14:37 / vor 6 Tagen

Seehofer pocht auf Vertagung von CSU-Personaldebatte

Christian Social Union (CSU) Bavaria State Premier Horst Seehofer leaves a news conference in Berlin, Germany, October 9, 2017. REUTERS/Hannibal Hanschke

München (Reuters) - CSU-Chef Horst Seehofer will erst nach den Gesprächen über die Bildung einer neuen Bundesregierung über Personalfragen in seiner Partei sprechen.

Seehofer erinnerte seine Kritiker am Donnerstag an die Vereinbarung, die Debatte über die künftige CSU-Führung auf die Zeit nach den Koalitionsverhandlungen in Berlin zu vertagen. An dieser Abmachung habe auch der Münchner CSU-Bezirkschef und Landeskultusminister Ludwig Spaenle mitgewirkt. Er wolle mit Spaenle reden, “ob das noch gilt”, sagte Seehofer. Er reagierte damit auf einen Bericht der “Bild”-Zeitung, wonach die Münchner CSU einen “personellen Neuanfang” fordert. Der Bezirksverband war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

“Nachdem ich sehr viel Wert darauf lege, dass wir jetzt in den nächsten Wochen über die Inhalte reden und nicht über Personen, will ich jetzt keine Personaldiskussionen führen”, sagte Seehofer im Landtag. Nach den Stimmenverlusten bei der Bundestagswahl sind in der CSU immer wieder Forderungen nach einer Ablösung Seehofers laut geworden. Der wegen seines Kurses gegenüber Kanzlerin Angela Merkel in die Kritik geratene Parteivorsitzende und Ministerpräsident hat seine Partei mehrfach zur Geschlossenheit aufgefordert, um ihn während der Koalitionsverhandlungen nicht zu schwächen. Aus Oberfranken und der Oberpfalz waren bereits Forderungen nach einem “geordneten personellen Übergang” laut geworden.

Dem Zeitungsbericht zufolge haben nun auch acht der neun CSU-Kreisvorsitzenden aus der Landeshauptstadt Seehofer bei einem vertraulichen Treffen die Unterstützung entzogen. Die Lokalpolitiker unter Führung Spaenles hätten eine “schonungslose Analyse des Desasters bei der Bundestagswahl” gefordert. Denn ohne einen Wechsel an der Spitze drohten der CSU auch bei der Landtagswahl 2018 Einbußen. Die CSU war im September in Bayern um mehr als zehn Punkte auf 38,8 Prozent der Zweitstimmen abgestürzt.

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