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Seehofer reagiert mit Unverständnis auf Kritik an seiner Person
5. November 2017 / 09:32 / in 19 Tagen

Seehofer reagiert mit Unverständnis auf Kritik an seiner Person

Berlin (Reuters) - CSU-Chef Horst Seehofer reagiert mit Unverständnis auf die innerparteiliche Kritik an seiner Person nach dem Debakel der CSU bei der Bundestagswahl.

Christian Social Union (CSU) leader Horst Seehofer arrives at the German Parliamentary Society offices before the start of exploratory talks about forming a new coalition government in Berlin, Germany, October 30, 2017. REUTERS/Axel Schmidt

In einem vorab veröffentlichten Interview der “Bild am Sonntag” berief sich Seehofer auf eine Vereinbarung der Parteispitze, dass über Personalfragen erst nach dem Abschluss der Koalitionssondierungen im Bund gesprochen werden solle. “Obwohl im Parteivorstand einstimmig beschlossen wurde, dass eine Personaldiskussion während der Gespräche in Berlin nicht erfolgen soll, erlebe ich seit der Bundestagswahl ein ununterbrochenes Trommelfeuer gegen meine Person aus der eigenen Partei. Das ist ohne Frage schädlich”, sagte Seehofer der Zeitung.

Die Kritik, die bisher vor allem von Funktionsträgern der zweiten Reihe und einfachen Mitgliedern geäußert wurde, pralle jedoch an ihm ab. “Ich lasse mich dadurch aber in keiner Weise beeinflussen”, sagte Seehofer. “Jetzt geht es erst einmal um die Durchsetzung unserer Positionen in Berlin. Nach den Sondierungsgesprächen wird es von mir eine klare und deutliche Reaktion geben.”

Seehofer will zunächst bei den Jamaika-Gesprächen in Berlin für Klarheit und eine stabile Regierung mit CSU-Beteiligung sorgen. Er kämpfe “wie ein Löwe in Berlin”, so der Parteichef. “Die Verhandlungen sind politische Schwerstarbeit. Wir müssen jetzt das Tempo erhöhen. Die Menschen in Deutschland erwarten zurecht endlich Resultate aus den Verhandlungen und die Bildung einer stabilen Regierung.”

Die Junge Union in Bayern hat am Samstag als erste großer Parteiverband in einem öffentlich gefassten Beschluss Seehofers Rückzug als Ministerpräsident gefordert. Seit sie bei der Bundestagswahl mit 38,8 Prozent der Stimmen ihr schwächstes Ergebnis seit Jahrzehnten einfuhr, wachsen in der Partei Zweifel, ob sie unter Seehofer bei der Landtagswahl im Herbst 2018 ihre absolute Mehrheit verteidigen kann. Forderungen nach einer Ablösung Seehofers waren bereits aus drei der zehn CSU-Bezirksverbände nach nichtöffentlichen Gremiensitzungen laut geworden.

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