September 27, 2017 / 7:53 AM / in 3 months

CSU-Fraktionschef warnt vor Seehofer-Debatte

München (Reuters) - Nach dem Debakel der CSU bei der Bundestagswahl ist die Debatte über die Rolle von Parteichef Horst Seehofer voll entbrannt.

Horst Seehofer, head of the CSU and Bavarian premier speaks to media after the first CDU/CSU parliamentary meeting after the general election in Berlin, Germany September 26, 2017. REUTERS/Fabrizio Bensch

Der bayerische Ministerpräsident stellte sich am Mittwoch hinter verschlossenen Türen der Kritik der CSU-Abgeordneten im Landtag in München. Fraktionschef Thomas Kreuzer sagte vor Beginn der Sitzung, er wünsche sich zwar eine offene Aussprache in einer “vernünftigen, sachlichen Atmosphäre”, fügte aber hinzu: “Ich halte es für grundfalsch, im Moment eine Personaldiskussion zu führen. Das schwächt die Partei, das schwächt die CSU.” Kreuzer äußerte sich damit ähnlich wie mehrere CSU-Spitzenpolitiker in Bayern und Berlin, die an Seehofer festhalten wollen.

Kreuzer warnte, eine Personaldebatte könne dazu führen, dass sich die CSU bei den erwarteten schwierigen Koalitionsverhandlungen in Berlin nicht durchsetzen könne. Seehofer sagte vor Sitzungsbeginn ebenfalls, die Partei würde durch eine Personaldiskussion geschwächt. Seehofer will sich auf dem Parteitag Mitte November zur Wiederwahl stellen und zur Landtagswahl im kommenden Jahr erneut als Ministerpräsident kandidieren. Die CSU hat Sorge, ihre absolute Mehrheit verteidigen zu können.

Rücktrittsforderungen wurden bisher vor allem unter Kommunal- und Landtagspolitikern aus Franken laut, der Heimat von Seehofers Rivalen Markus Söder. So sprach sich der Landtagsabgeordnete Alexander König am Dienstag für Söder als Nachfolger aus. Der Finanzminister selbst hat sich bisher bedeckt gehalten und sich gegen Konsequenzen im “Hauruckverfahren” ausgesprochen. Söders Staatssekretär Albert Füracker, der den CSU-Bezirk Oberpfalz führt, sagte, zwar solle Seehofer die Koalitionsverhandlungen in Berlin führen, jedoch müsse es einen “geordneten personellen Übergang” geben.

Die CSU hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag im Freistaat nur noch 38,8 Prozent der Zweitstimmen erhalten nach 49,3 Prozent 2013. Bundesweit entspricht das einem Anteil von 6,2 (7,4) Prozent.

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