May 20, 2020 / 7:59 AM / 2 months ago

CTS Eventim hofft auf erste Live-Veranstaltungen im Herbst

Packed two Euro coins are seen at the Money Service Austria company's headquarters in Vienna, Austria, November 16, 2017. REUTERS/Leonhard Foeger

München (Reuters) - Der Ticketvermarkter und Live-Veranstalter CTS Eventim hofft auf die Erlaubnis von Großveranstaltungen in Deutschland im Herbst.

“Frühestens im vierten Quartal” sei damit wieder zu rechnen, auch wenn in Ländern wie Italien schon vorher Konzerte mit bis zu 1000 Gästen mit Hygiene-Auflagen und Abstandsregeln möglich seien, sagte ein CTS-Sprecher am Mittwoch. Seit Mitte März liegt das Geschäft von CTS Eventim praktisch brach, was das Unternehmen bereits im ersten Quartal 2020 in die Verlustzone abrutschen ließ. Bei Festivals wie “Rock am Ring” und “Rock im Park” sprängen Versicherer für den Schaden ein, bei kleineren Veranstaltungen sei das eher unüblich, sagte der Sprecher.

CTS Eventim setzt nun auf eine - in Deutschland, Österreich und Italien bereits beschlossene - Lösung, wonach Veranstalter verkaufte Tickets für Events seit dem 8. März nicht zurücknehmen müssen. Stattdessen können sie Gutscheine ausgeben, wenn der Kunde auch einen möglichen Ersatztermin nicht wahrnehmen kann oder will. In Deutschland trat das entsprechende Gesetz am Mittwoch in Kraft. Erst ab 2022 müssen Veranstalter das Geld zurückzahlen, wenn der Gutschein bis dahin nicht eingelöst ist.

Bei Eventim dürften Umsatz und Ergebnis in diesem Jahr zwar deutlich zurückgehen. Mit der Gutscheinlösung würde aber weniger Liquidität abfließen. Allein im ersten Quartal schrumpften die liquiden Mittel um 106 Millionen auf 685 Millionen Euro zusammen, obwohl in Deutschland Großveranstaltungen erst seit 8. März verboten sind, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Der Umsatz brach von Januar bis März um 35 Prozent auf 184,6 Millionen Euro ein. Vor Steuern stand ein Minus von 1,6 Millionen Euro zu Buche, ein Jahr zuvor hatte Eventim noch 41,6 Millionen Euro Gewinn vor Steuern erwirtschaftet. Die CTS-Aktie brach am Mittwoch um 8,5 Prozent auf 34,20 Euro ein.

Die Pandemie habe die Branche hart getroffen, erklärte Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg. Das Liquiditätspolster von CTS sei aber dick genug, um “diese herausfordernde Situation auch über einen längeren Zeitraum bewältigen und danach sogar gestärkt aus dieser Phase hervorzugehen”. Staatshilfe brauche das Unternehmen nicht. “Wir haben (...) sofort mit internen Kosten- und Effizienzmaßnahmen konsequent darauf reagiert.” CTS Eventim habe Kurzarbeit angemeldet, Kündigungen gebe es nicht, sagte der Sprecher. Ende März beschäftigte das Unternehmen 3200 Mitarbeiter.

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