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Unternehmensnachrichten

CureVac auf Partnersuche für Corona-Impfstoff

FILE PHOTO: An employee of German biopharmaceutical company CureVac, demonstrates research workflow on a vaccine for the coronavirus (COVID-19) disease at a laboratory in Tuebingen, Germany, March 12, 2020. Picture taken on March 12, 2020. REUTERS/Andreas Gebert/File Photo

Frankfurt (Reuters) - Das Tübinger Biotechunternehmen CureVac will einen Partner für seine in Kürze geplante entscheidende Corona-Impfstoffstudie ins Boot holen.

“Wir sprechen derzeit mit verschiedenen möglichen großen Partnern, die uns unterstützen können”, sagte Vorstandschef Franz-Werner Haas am Donnerstag bei einem Online-Pressegespräch des Vereins der ausländischen Presse in Deutschland. “Die Pharmaindustrie ist da natürlich sehr interessiert daran.” Aus welcher Region ein möglicher Partner komme, spiele dabei keine Rolle, sondern vielmehr, ob er Curevac bestmöglich unterstützen könne. Mit der für eine Zulassung relevanten Studie, die rund 36.000 Teilnehmer umfassen soll und damit gut 6000 mehr als bislang geplant, will Curevac so schnell wie möglich beginnen, wie Haas sagte.

Ende Oktober hatte das Unternehmen bereits positive Zwischenergebnisse aus der Phase-1-Studie mit dem Impfstoff veröffentlicht. Bislang entwickelt CureVac die Impfung alleine, anders als die Mainzer Biontech, die schon im Frühjahr Partnerschaften mit dem US-Pharmariesen Pfizer und Fosun aus China vereinbart hatte. Denn eine weltweite Studie mit Tausenden Probanden ist für vergleichsweise kleinere Biotechfirmen wie Biontech und Curevac alleine schwer zu stemmen. Biontech und Pfizer hatten am Montag als weltweit erste Unternehmen einen Erfolg aus ihrer entscheidenden Studie veröffentlich und wollen noch im November in den USA eine Notfallgenehmigung beantragen.

Curevac wolle seine Studie innerhalb von drei Monaten abschließen und plane, im ersten Quartal den Einreichungsprozess für eine Notfallgenehmigung zu starten, sagte Haas. Mit einer finalen Zulassung sei im dritten Quartal 2021 zu rechnen. Haas geht davon aus, dass Curevac im kommenden Jahr 300 bis 400 Millionen Impfdosen herstellen könne. Der Impfstoff von Curevac basiert wie der von Biontech auf der so genannten Boten-RNA (mRNA), die die den menschlichen Zellen die Information zur Bekämpfung von Krankheitserregern vermitteln soll. Ein solcher Impfstoff soll schneller in großem Maßstab hergestellt werden können als herkömmliche. Er benötigt aber auch eine deutlich höhere Kühlung, was die Logistik erschwert.

Curevac erklärte, sein Impfstoff bleibe bei der Lagerung zu Kühlschranktemperaturen von fünf Grad mindestens drei Monate stabil, bei Raumtemperatur seien es bis zu 24 Stunden. “Das dürfte eine dezentrale Aufbewahrung des Impfstoffes erleichtern und breit angelegte Impfanstrengungen in der aktuellen Pandemie unterstützen”, zeigte sich Curevac-Vorstand Florian von der Mülbe zuversichtlich. Der Impfstoff hätte damit einen Vorteil gegenüber dem von Biontech, der nach Aussagen von Vorstandschef Ugur Sahin fünf Tage im Kühlschrank aufbewahrt oder bei Kühlschranktemperatur transportiert werden kann.

Die Impfstoffe von Curevac und Biontech gehören zu zwei von drei deutschen Projekten, die von der Bundesregierung mit einem Sonderprogramm von rund 750 Millionen Euro finanziell unterstützt werden. Die Europäische Kommission hat mit Curevac wie auch mit einer Reihe anderer Impfstoffentwickler Sondierungsgespräche abgeschlossen, um sich Hunderte Millionen Impfdosen zu sichern. Die Gespräche über den Liefervertrag seien noch am laufen, sagte Haas. Den Vertrag mit Biontech hatte die EU am Mittwoch unter Dach und Fach gebracht.

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