July 30, 2018 / 8:22 AM / 4 months ago

Keine raschen Hilfen für dürregeschädigte Bauern

Wheat is seen on a field in Valley near Munich, Germany, July 30, 2018. REUTERS/Michael Dalder

Berlin (Reuters) - Agrarministerin Julia Klöckner will trotz der Rufe des Bauernverbandes über Dürrehilfen erst in einigen Wochen entscheiden.

Zunächst müsse der komplette Erntebericht Ende August abgewartet werden, sagte eine Sprecherin am Montag. Dagegen forderte der Deutsche Bauernverband, den Notstand auszurufen und so die rechtlichen Voraussetzungen für staatliche Unterstützung zu schaffen. Meteorologen zufolge ist vorerst kein Ende der Trockenheit in Kombination mit hochsommerlichen Temperaturen in Teilen Nord- und Ostdeutschlands in Sicht.

Klöckners Sprecherin sagte, am Dienstag werde es eine erste Bestandsaufnahme über die Lage in der Landwirtschaft bei einem Arbeitstreffen von Vertretern von Bund und Ländern geben. Vor allem erst nach dem Erntebericht “sind wir aussagefähig”, erklärte sie mit Blick auf den Bauernverband. Klöckner will am Mittwoch ihre Kollegen im Bundeskabinett über die Lage in den Dürregebieten unterrichten.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte in einem Interview von Reuters TV: “Wir befürchten Ernteausfälle in der Größenordnung von mindestens 20 Prozent.” Allein beim Getreide werde die Ernte sieben bis acht Millionen Tonnen geringer ausfallen als im Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Es sei mit Ertragseinbußen im Umfang von 1,4 Milliarden Euro zu rechnen. Er forderte staatliche Hilfen im Umfang von einer Milliarde Euro.

UMWELTMINISTERIN FORDERT ANPASSUNG AN KLIMAWANDEL

Umweltministerin Svenja Schulze forderte, schnell Sofortmaßnahmen zur Bewältigung der Krise prüfen. Es könne aber nicht nur um kurzfristige Finanzspritzen gehen. “Wir brauchen eine konsequente Strategie zur Klimaanpassung in der Landwirtschaft”, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Gerade im Osten werde eine Anpassung an lange Trockenperioden immer wichtiger.

Auch die für Landwirtschaft zuständige Vizechefin der Unionsfraktion im Bundestag, Gitta Connemann, forderte eine rasche Entscheidung darüber, ob ein Notstand vorliegt und damit die Voraussetzungen für staatliche Hilfen gegeben sind. Vor allem kleinen und mittleren Betrieben gehe die Luft aus. “Ihnen fehlt Liquidität.”

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist mindestens zehn weitere Tage mit Trockenheit und hohen Temperaturen in den Dürregebieten zu rechnen. In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen gebe es den trockensten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

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