May 18, 2018 / 12:31 PM / 3 months ago

KBA ordnet Rückruf von rund 60.000 Porsche-Modellen an

Frankfurt (Reuters) - Porsche muss auf Anordnung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) weltweit rund 60.000 Diesel-Pkw wegen unzureichender Abgasreinigung zurückrufen.

An employee of German car manufacturer Porsche displays a badge depicting a Porsche logo at the Porsche factory in Stuttgart-Zuffenhausen, Germany, January 26, 2018. REUTERS/Ralph Orlowski

Es handele sich um 53.000 Fahrzeuge des SUV Macan und 6800 Autos des größeren Modells Cayenne, bestätigte ein KBA-Sprecher am Freitag einen Bericht des “Spiegel” und des Bayerischen Rundfunks. In Deutschland müssten etwa 15.000 Macan und 4000 Cayenne in die Werkstätten gerufen werden. Das Magazin berichtete ohne Angabe von Quellen, beim Macan hätten die KBA-Prüfer fünf illegale Abschalteinrichtungen gefunden, durch welche die Abgasreinigung nur auf dem Prüfstand, nicht aber im Straßenbetrieb ordnungsgemäß funktioniert.

Zu den Abschaltreinrichtungen wollte ein Porsche-Sprecher keinen Kommentar abgeben, bestätigte aber die Aufforderung zum Rückruf vom KBA. Während für die Cayenne-Modelle mit Acht-Zylinder-Dieselmotor eine “technische Lösung” mit einem Software-Update schon weit gediehen sei, werde sie beim Macan noch erarbeitet.

Reuters hatte Ende Januar von Insidern erfahren, dass die VW-Tochter mit dem KBA über einen erneuten Rückruf von Macan-Modellen mit Sechs-Zylinder-Motor verhandelt. 2016 hatte Porsche den Macan bereits für eine “freiwillige Serviceaktion” in die Werkstätten gerufen. Auch damals ging es um eine umstrittene Abgasfunktion, die mit einem Software-Update entfernt werden sollte. Das Update habe jedoch nicht ausgereicht, erklärte der Porsche-Sprecher.

Die VW-Tochter Porsche baut selbst keine Diesel-Motoren, sondern bezieht sie von der Konzernschwester Audi. Dennoch ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen zwei aktuelle und einen ehemaligen Manager des Sport- und Geländewagenbauers, die unter Verdacht des Betruges und strafbarer Werbung stehen. Zu den Beschuldigten gehört Entwicklungsvorstand Michael Steiner. Mitte April wurden Firmenräume in einer Großrazzia auf Beweise durchkämmt.

Bei Audi müssen weltweit 910.000 Fahrzeuge wegen möglicher Mängel bei der Abgasreinigung in Ordnung gebracht werden. Im Volkswagen-Konzern insgesamt waren es elf Millionen Pkw.

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