April 29, 2020 / 5:35 AM / a month ago

Daimler rechnet mit schwierigem zweiten Quartal in Corona-Krise

The Mercedes-Benz logo is seen near the Daimler headquarters, as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues in Stuttgart, Germany, April 22, 2020. REUTERS/Andreas Gebert

Frankfurt (Reuters) - Nach dem Gewinneinbruch zum Jahresauftakt erwartet Daimler eine weitere Verschlechterung bis zur Jahresmitte.

“Es wird ein schwieriges Quartal”, sagte Daimler-Chef Ola Källenius am Mittwoch. “Aber wir werden den Sturm überstehen.” Finanzchef Harald Wilhelm erklärte, der Absatz werde voraussichtlich im April am schwächsten sein und sich im Mai bessern. Mit insgesamt 68 Milliarden Euro verfügbarer Finanzmittel sei der Autobauer aber für mehrere Monate einer wirtschaftlichen Eiszeit gewappnet. Der wirtschaftliche Schock durch die Corona-Pandemie radierte den Nettogewinn bei Daimler im ersten Quartal fast aus. Das auf die Aktionäre entfallende Konzernergebnis belief sich auf 94 Millionen Euro im Vergleich zu gut zwei Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie betrug damit noch neun Cent.

Daimler hatte mit vorläufigen Zahlen bereits vergangene Woche über die verheerenden Folgen der Corona-Krise informiert. Das Betriebsergebnis rutschte von Januar bis März um fast 80 Prozent auf 617 Millionen Euro ab. Den ursprünglichen Jahresausblick kippten die Schwaben ebenso wie zuvor schon der Wolfsburger Rivale Volkswagen. Jetzt erwartet der Stuttgarter Dax-Konzern an den Pkw- und Nutzfahrzeugmärkten weltweit einen deutlichen Absatzrückgang. Das Prognosehaus IHS Markit schätzt, dass der Pkw-Absatz weltweit in diesem Jahr um gut ein Fünftel sinken wird. Umsatz, Absatz und Betriebsergebnis im Gesamtjahr erwartet Daimler unter Vorjahr. Auch für 2021 sei er nicht allzu optimistisch, erklärte Källenius. Die Effekte der Pandemie könnten noch längere Zeit die Wirtschaft belasten. “Aus heutiger Sicht muss für das Gesamtjahr 2020 mit einem erheblichen Rückgang der weltweiten Wirtschaftsleistung gerechnet werden”, erklärte der Daimler-Chef.

Die Pandemie zwang die Autobauer zu wochenlangen Produktionsunterbrechungen. Die Autohäuser blieben vorübergehend zu und die Nachfrage der Verbraucher klappte angesichts der finanziellen Unsicherheit und Beschränkungen des öffentlichen Lebens zusammen. Nach vier Wochen Produktionsstopp fährt Daimler nun die Fertigung langsam wieder hoch. Der Konzern verkaufte im ersten Quartal mit 644.300 Mercedes-Pkw und Lkw 17 Prozent weniger Fahrzeuge als vor Jahresfrist. Der Umsatz sank um sechs Prozent auf gut 37 Milliarden Euro. Um die Krise zu bekämpfen, sollen Investitionen gekürzt, Kosten gesenkt und die Liquidität gesichert werden. Strategisch wichtige Projekte wie neue Elektroautos und die für Jahresende geplante neue S-Klasse sollten aber nach Plan laufen.

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