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Unternehmensnachrichten

Daimler ringt deutscher Belegschaft Lohnverzicht ab

FILE PHOTO: A logo of Mercedes-Benz is seen outside a Mercedes-Benz car dealer, amid the coronavirus disease (COVID-19) outbreak in Brussels, Belgium May 28, 2020. REUTERS/Yves Herman/File Photo

München (Reuters) - Daimler kommt nach Betriebsratsangaben dank Zugeständnisse der Belegschaft in Höhe von 450 Millionen Euro in Deutschland ohne Entlassungen durch die Coronakrise.

“Beschäftigung bei Daimler bleibt bis 2030 gesichert und betriebsbedingte Kündigungen bleiben ausgeschlossen”, erklärte Betriebsratschef Michael Brecht am Dienstag nach einer Einigung mit dem Management auf befristete Lohnkürzungen. “Wir reden hier über ein Einsparvolumen von 450 Millionen Euro”, ergänzte Brecht in einem Gespräch mit der “Automobilwoche”. “Das entspricht etwa der Arbeitsleistung von 7.000 Beschäftigten.”

Wie beide Seiten am Dienstag mitteilten, wird die Wochenarbeitszeit in Verwaltung und in produktionsnahen Bereichen von Oktober an für ein Jahr um zwei Stunden ohne Lohnausgleich verringert. Für alle Beschäftigten in Verwaltung und Produktion werde die Ergebnisbeteiligung für das Geschäftsjahr 2020 gestrichen. Zudem werde das tarifliche Zusatzgeld 2021 in bezahlte freie Tage gewandelt.

“Wir danken der Belegschaft für ihren wichtigen zeitlich befristeten Beitrag, um diese Krise gemeinsam zu bewältigen”, erklärte Personalvorstand Wilfried Porth. Konzernführung und Arbeitnehmervertreter einigten sich bereits im Dezember auf einen sozialverträglichen Abbau von Arbeitsplätzen, etwa durch Altersteilzeit und Abfindungen. Daimler will seine Personalkosten bis Ende 2022 und darüber hinaus signifikant senken. Zuletzt kursierten Zahlen, wonach von den weltweit rund 300.000 Stellen 20.000 bis 30.000 wegfallen könnten.

Der Stuttgarter Autokonzern hatte nach einem Milliardenverlust durch die Corona-Pandemie im zweiten Quartal Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität geschöpft. “Wir sehen jetzt erste Anzeichen einer Absatzerholung, insbesondere bei Mercedes-Benz Pkw”, hatte Vorstandschef Ola Källenius in der vergangenen Woche gesagt. Das Ziel, im Gesamtjahr vor Sondereffekten operativ schwarze Zahlen zu schreiben, stehe aber unter dem Vorbehalt, dass nicht eine neue Corona-Infektionswelle die Konjunkturerholung abwürgt.

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