April 29, 2011 / 9:15 AM / 9 years ago

Daimler-Gewinnverdoppelung begeistert Börse nicht

Stuttgart (Reuters) - Dank glänzender Pkw-Verkäufe hat Daimler im Auftaktquartal seinen Überschuss fast verdoppelt.

Nach Steuern verdiente der Stuttgarter Konzern 1,18 Milliarden Euro nach 612 Millionen Euro vor Jahresfrist, wie Daimler am Freitag mitteilte. “Wir liegen damit deutlich über Plan und bestätigen den positiven Ausblick für das Geschäftsjahr 2011”, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche in Stuttgart.

Die Börse konnten die Schwaben damit aber nicht begeistern: Die Aktien büßten knapp zwei Prozent ein, da die Finanzexperten konkrete Geschäftsprognosen vermissten und Daimler selbst vor weiteren Belastungen durch die Erdbeben-Katastrophe in Japan und durch die schnell steigenden Rohstoffkosten warnte. Auch der deutliche Zuwachs des Premium-Herstellers bei der operativen Ertragskraft auf 8,2 Prozent im ersten Quartal verfing nicht - der Massenhersteller Volkswagen ist Daimler hier mit einer Marge von 7,8 Prozent dicht auf den Fresen.

“Wir sind lauwarm begeistert”, sagte Albrecht Denninghoff, Analyst bei Silvia Quandt Research. Daimler habe lediglich “das bekannte Szenario bestätigt”, nachdem VW und der schwedische Lkw-Konkurrent Volvo hohe Erwartungen geschürt hätten. Credit Suisse-Analyst Arndt Ellinghorst urteilte: “Im Vergleich zum Wettbewerb ist Daimler weiterhin schwach unterwegs.”

FINANZCHEF: “WIR KNÜPFEN NAHTLOS AN 2010 AN”

Im Auftaktquartal steigerte Daimler den Umsatz wie erwartet um 17 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro. Weltweit wurden 15 Prozent mehr Pkw und Nutzfahrzeuge an die Kunden ausgeliefert wurden, vor allem in China sind Autos “made in Germany” weiter begehrt. Daimler werde dort 2011 mit einem Absatzzuwachs um 15 bis 20 Prozent bei Mercedes-Benz schneller wachsen als der Markt, sagte Finanzchef Bodo Uebber. Die Marke mit dem Stern blicke daher in diesem Jahr einem Absatzrekord von mehr als 1,2 Millionen verkauften Fahrzeugen entgegen, bekräftigte der Manager. Die Konkurrenten BMW und Audi warteten allerdings im ersten Quartal bei den Pkw-Auslieferungen mit höheren Zuwächsen als Mercedes-Benz auf.

“Wir knüpfen nahtlos an 2010 an”, sagte Uebber. Daimler werde sich 2011 “nicht ausruhen”. Der Umsatz werde die Vorjahreserlöse von 97,8 Milliarden Euro übertreffen, auch der zuletzt bei 7,3 Milliarden Euro liegende operative Gewinn (Ebit) sei nicht das Ende der Fahnenstange. In den ersten drei Monaten dieses Jahres kletterte der Gewinn vor Steuern und Zinsen erwartungsgemäß um 71 Prozent auf zwei Milliarden Euro.

Angesichts schwankungsanfälliger Wechselkurse und Rohstoffmärkte bleibt Finanzchef Uebber jedoch vorsichtig. “Die Welt ist volatil”, sagte der Manager. Der hohe Barmittelbestand von 12,4 Milliarden Euro soll als Sicherheitspolster gehalten werden. Für steigende Einkaufspreise kalkuliert Daimler bis Jahresende Mehrkosten von über 700 Milliarden Euro ein. Auch den jüngsten Naturkatastrophen muss Daimler Tribut zollen. Der Stillstand des Lkw-Werks der japanischen Tochter Fuso nach dem Erdbeben kostete im ersten Quartal 78 Millionen Euro, im zweiten Quartal kämen weitere Kosten von 50 bis 100 Millionen Euro dazu, rechnete der Finanzchef vor. Wegen der Wirbelstürme in den USA stoppte Daimler zudem die Produktion im Mercedes-Pkw-Werk Tuscaloosa bis voraussichtlich Montag.

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