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Wirtschaftsnachrichten

Ifo-Chef - Aufschwung nicht durch verfühte Haushaltssanierung bremsen

German flag is seen outside the German lower house of parliament Bundestag before the election of a new chancellor in Berlin, Germany, March 14, 2018. REUTERS/Hannibal Hanschke

Berlin (Reuters) - Ifo-Präsident Clemens Fuest warnt angesichts der schweren Corona-Rezession vor einer verfrühten Rückkehr zur schwarzen Null im Staatshaushalt.

“Es wäre jetzt sicherlich nicht klug, mit Gewalt zu ausgeglichen Haushalten zurückzukehren in der kurzen Frist”, sagte Fuest am Dienstag auf einer Online-Pressekonferenz. Das sei in der aktuellen Situation nicht sinnvoll, auch wenn Kosten und Nutzen einzelner konjunkturpolitischer Maßnahmen der Bundesregierung hinterfragt und nachjustiert werden könnten. Es sei wichtig, den Aufschwung nicht durch verfrühte Konsolidierung der Staatsfinanzen zu stören und zu bremsen.

Fuest warnte zugleich davor, die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse über Bord zu werfen. “Um das Vertrauen in die Staatsfinanzen in Deutschland und Europa aufrecht zu erhalten ist es wichtig, eine mittelfristige Verpflichtung zur Rückkehr zu annähernd ausgeglichenen Haushalten zu haben”, begründete der Experte. “Denn das hält die Zinsen für Staatsanleihen niedrig und das Vertrauen in die Staatsfinanzen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa hoch.”

Das Ifo-Institut geht davon aus, dass der deutsche Staat selbst 2022 noch tiefrote Zahlen schreiben wird. Im laufenden Jahr soll das Defizit fast 171 Milliarden Euro betragen, 2021 rund 87 Milliarden und 2022 noch gut 68 Milliarden Euro. Grund sind Steuerausfälle und milliardenschwere Konjunkturhilfen wegen der Corona-Rezession.

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