August 2, 2018 / 7:41 AM / 15 days ago

Delivery Hero verschiebt für Investitionen Gewinnziel

Berlin (Reuters) - Der weltgrößte Online-Essenslieferdienst Delivery Hero will dem scharfen Wettbewerb in seiner Branche mit zusätzlichen Investitionen begegnen.

Andreas Harte, a Foodora delivery cyclist poses in front of Delivery Hero headquarters in Berlin, Germany, June 2, 2017. Foodora is part of the Berlin-based company Delivery Hero, one of Europe's largest internet start-ups. Picture taken June 2, 2017. REUTERS/Fabrizio Bensch

In der zweiten Jahreshälfte würden weitere 80 Millionen Euro unter anderem ins Marketing, neue Technologien und die Erweiterung der Restaurantabdeckung gesteckt, kündigte Firmenchef Niklas Östberg am Donnerstag an. Im kommenden Jahr würden dafür zusätzlich 160 Millionen Euro in die Hände genommen. Deutschland nannte er als eines der Länder, in die auf jeden Fall mehr Geld fließen wird. Hier kämpft Delivery Hero (Pizza.de, Lieferheld) mit dem niederländischen Lieferando-Eigner Takeaway um Marktanteile. “Wir müssen diese Investitionen vornehmen, um weiterhin vorn zu bleiben”, sagte Östberg zu Journalisten.

Aufgrund der Investitionen wird das Berliner Unternehmen nicht wie geplant Ende des Jahres die Gewinnschwelle beim bereinigten Betriebsergebnis (Ebitda) knacken und dies auch nicht im Gesamtjahr 2019 erreichen. Der Umsatz soll von den zusätzlichen Aufwendungen profitieren. Im Gesamtjahr rechnet der MDax-Konzern nun mit 760 bis 780 Millionen Euro statt bisher 740 bis 770 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr kletterten die Erlöse währungsbereinigt um 48 Prozent auf 357 Millionen Euro. Am Markt kam der neue Ausblick nicht gut an. Die Aktie fiel mehr als zwei Prozent.

Neben Takeaway gehören JustEat und Deliveroo aus Großbritannien sowie Uber Eats zu den Konkurrenten. Östberg verfolgt seit einiger Zeit das Ziel, mehr Struktur in das in mehr als 40 Ländern aktive Unternehmen zu bringen und trennt sich dafür von Aktivitäten, die mit der Konkurrenz nicht mithalten können. Allein von Januar bis Juni verkauften die Berliner ihr Brasilien- und Schweiz-Geschäft, erwarben Marktplätze in Argentinien und Rumänien sowie Anteile an Glovo aus Spanien. Zur Disposition stehen nun die Operationen in Australien, Frankreich, Italien und den Niederlanden - dem Heimatmarkt von Takeaway.

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