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Unternehmensnachrichten

Delivery Hero stößt bei Woowa-Milliardenübernahme auf Widerstand

The Delivery Hero's logo is pictured at its headquarters in Berlin, Germany, August 18, 2020. REUTERS/Fabrizio Bensch

Frankfurt (Reuters) - Der Essenslieferdienst Delivery Hero stößt bei der milliardenschweren Übernahme des größten südkoreanischen Essenslieferanten Woowa Brothers auf Widerstand der Wettbewerbshüter.

Der Berliner Konzern will die von den Kartellwächtern geforderte Veräußerung der Südkorea-Tochter Yogiyo nicht akzeptieren, wie Vorstandschef Niklas Östberg am Freitag in einer Telefonkonferenz sagte. “Wir sehen das nicht als eine gute Lösung an.” Die Behörden hatten die Trennung von der Tochter zur Bedingung für die Genehmigung des Gemeinschaftsunternehmens mit Woowa gemacht. Der Konzern habe die Möglichkeit, alternative Vorschläge zu machen, um die Bedenken der Wettbewerbshüter auszuräumen, sagte Östberg. “Die Verhandlungen beginnen jetzt.” Der Übernahmeprozess könne sich dadurch um ein bis drei Monate verzögern. “Es könnte sein, dass die Entscheidung nicht mehr dieses Jahr fällt.”

Südkorea ist wegen der hohen Bevölkerungsdichte und der steigenden Zahl an Single-Haushalten der viertgrößte Markt der Welt für Essenslieferdienste - und das Marktvolumen wächst schnell. Im Dezember hatte Delivery Hero die Übernahem des Marktführers Woowa für vier Milliarden Dollar angekündigt. Delivery Hero ist in Südkorea mit seiner App Yogiyo die Nummer zwei in dem Markt. Die Tochter mache zwar weniger als zehn Prozent des aktuellen Umsatzes von Delivery Hero, sie wachse aber und sei hoch profitabel, begründete Östberg das Festhalten an der Tochter.

Östberg betonte, dass sein Verkauf von Delivery-Hero-Aktien am 6. November in keinem Zusammehang mit den Forderungen der Kartellwächter stand. Zu diesem Zeitpunkt habe er keinerlei Kenntnis von deren Anliegen gehabt. “Wir waren sehr überrascht von den Empfehlungen”, sagte er. Er habe vielmehr den Kursanstieg der Aktienmärkte nach den US-Präsidentschaftswahlen genutzt, um Kasse zu machen. Wie aus einer Pflichtmitteilung an die Börse hervorgeht, hatte Östberg am 6. November für gut sieben Millionen Euro zum Preis von je 111,09 Euro verkauft.

Der Widerstand der südkoreanische Kartellbehörden gegen den von den Anlegern in der Vergangenheit gefeierten Milliardendeal schickte die Delivery-Hero-Aktie am Freitag auf Talfahrt. Mit einem Minus von neun Prozent auf 96,40 Euro war sie am Mittag größter Verlierer im Leitindex Dax.

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