April 24, 2018 / 4:09 PM / 7 months ago

Neuer Börsenchef Weimer baut den Vorstand um

Theodor Weimer, new CEO of German stock exchange Deutsche Boerse AG, waits for his speech to inform the media about the planned renovations at the trading floor of Frankfurt's stock exchange in Frankfurt, Germany, January 29, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Der neue Börsenchef Theodor Weimer macht nach kaum mehr als 100 Tagen im Amt Nägel mit Köpfen und baut den Vorstand um.

Wie die Deutschen Börse am Dienstagabend mitteilte, soll der Zuschnitt der Verantwortlichkeiten im Top-Management verändert und die Zahl der Vorstandsmitglieder von fünf auf sechs erhöht werden. Über die Besetzung der Posten soll der Aufsichtsrat am Mittwochabend entscheiden. Der Umbau war erwartet worden - unter anderem, weil die beiden langjährigen Vorstandmitglieder Andreas Preuß und Jeffrey Tessler demnächst ausscheiden werden.

Theodor Weimer, der zum Jahreswechsel den über eine Insider-Affäre gestolperten Ex-Chef Carsten Kengeter abgelöst hatte, ist schon seit Monaten dabei die obersten Führungsebenen der Börse nach seinen Vorstellungen umzugestalten. Er hat sich von wichtigen Managern getrennt, ganze Gremien abgeschafft und ist dabei, die Zahl der Manager im Range eines Managing Directors deutlich zurückzufahren. Er geht damit einen gänzlich anderen Weg als Kengeter, der deren Zahl deutlich angehoben hatte.

MEGA-RESSORT WIRD AUFGETEILT

Wie am Dienstagabend bekannt wurde, soll es im Vorstand der Börse künftig ein Ressorts für das Nachhandelsgeschäft geben - also die Abrechnung von Handelstransaktionen und die Verwahrung von Wertpapieren. Dem wird auch das Daten- und Indexgeschäft zugeschlagen. Der neue Bereich “Trading” soll - mit Ausnahme des Kassamarktes in Frankfurt - unter anderem die Derivatebörse Eurex und das sogenannte Clearing umfassen, also die Abwicklung von Börsengeschäften. Damit wird das bisherige Super-Ressort von Jeffrey Tessler aufgeteilt, in dem bis dato Derivate-, Abwicklungs- und Wertpapierverwahrgeschäft zusammengefasst waren.

Neu geschaffen und mit der Zuständigkeit für IT verschmolzen, die bisher beim stellvertretenden Vorstandschef Andreas Preuß lag, wird der Funktionsbereich eines Chief Operating Officer. Dieser ist für den laufenden Betrieb der Börse und ihrer einzelnen Segmente verantwortlich. Weiterhin geben wird es ein Vorstandsressort, das unter anderem für den Kassamarkt, also die eigentliche Frankfurter Wertpapierbörse, zuständig ist. Diesen Bereich verantwortet derzeit Hauke Stars. Hinzu kommen noch die Ressorts des Vorstandschefs Theodor Weimer (Strategie, Fusionen und Übernahmen, Kommunikation) und von Finanzchef Gregor Pottmeyer.

QUARTALSZAHLEN AM MITTWOCH

Die Börse will am Mittwochabend ihre Bilanz für das erste Quartal vorlegen - die ersten drei Monate unter der Ägide Weimers. Zu seiner künftigen Strategie hält sich Weimer derzeit noch bedeckt und will sich erst bei einem Investorentag am 30. Mai in die Karten schauen lassen. Erwartet wird, dass er von größerem Fusionsvorhaben Abstand nimmt, nachdem sein Vorgänger Kengeter 2017 mit dem erneuten Versuch gescheitert war, die Deutsche Börsen mit der Londoner Börse LSE zu fusionieren.

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