April 25, 2018 / 2:21 PM / a month ago

Stimmrechtsberater fordert 2019 Ablösung von Deutsche-Börse-AR-Chef

Frankfurt (Reuters) - Der Stimmrechtsberater Glass Lewis fordert bei der Deutschen Börse die Ablösung von Aufsichtsratschef Joachim Faber im kommenden Jahr.

Chairman of the supervisory board of Deutsche Boerse AG Joachim Faber delivers a speech at the New Year reception of the German stock market in Eschborn near Frankfurt, Germany January 22, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Zudem spricht er sich gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat des Börsenbetreibers aus, wie aus den Reuters am Mittwoch vorliegenden Empfehlungen von Glass Lewis hervorgeht. Die Aktionäre der Deutschen Börse stimmen auf der Hauptversammlung am 16. Mai darüber ab. Über die Empfehlungen des Stimmrechtsberaters hatte zuerst das “Handelsblatt” berichtet.

Wegen der vielen Veränderungen im Aufsichtsrat und an der Konzernspitze unterstütze man zwar die Wiederwahl von Faber in das Kontrollgremium, die vorgeschlagene Amtsperiode von drei Jahren hielten viele Aktionäre aber für übermäßig lange, erklärte Glass Lewis. Der von Faber geleitete Nominierungsausschuss des Aufsichtsrat solle unverzüglich beginnen, einen Nachfolger für den Aufsichtsratschef zu finden. Dieser solle dann der Hauptversammlung 2019 vorgeschlagen werden.

Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat lehnt Glass Lewis ebenfalls ab. Zur Begründung verwies der Stimmrechtsberater auf die geplatzte Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) und die Ermittlungen gegen Ex-Börsenchef Carsten Kengeter wegen des Verdachts des Insiderhandels. Die Aktionäre könnten daher nicht mit Sicherheit feststellen, “ob das Management und der Aufsichtsrat ihre Pflichten im abgelaufenen Geschäftsjahr ausreichend erfüllt haben.” Viele Fonds und Großanleger aus den USA und Großbritannien folgen bei ihren Abstimmungen auf Aktionärstreffen dem Rat von Stimmrechtsberatern wie Glass Lewis und ISS.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Glass Lewis gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat gestellt. Vor einem Jahr konnte sich der Stimmrechtsberater mit seiner Forderung zwar nicht durchsetzen, die Aktionäre verpassten dem damaligen Börsenchef Kengeter jedoch einen Denkzettel. Nur knapp 84 Prozent stimmten für Kengeters Entlastung, üblich sind Quoten deutlich über 90 Prozent. Rechtliche Folgen hat die Entlastung nicht. Die Abstimmungsergebnisse gelten aber als Indikator dafür, wie viel Vertrauen die Aktionäre in Aufsichtsrat und Vorstand haben.

Die Deutsche Börse lehnte eine Stellungnahme ab.

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