November 14, 2018 / 1:44 PM / 25 days ago

Deutsche Börse will größere Übernahmen

Theodor Weimer, new CEO of German stock exchange Deutsche Boerse AG, smiles as he informs the media about the planned renovations at the trading floor of Frankfurt's stock exchange in Frankfurt, Germany, January 29, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Die Deutsche Börse will nach dem gescheiterten Fusionsversuch mit der Londoner Börse LSE und zwei kleineren Übernahmen in diesem Jahr mittelfristig beim Thema Zukäufe durchstarten.

“Wir brauchen größere Deals, die uns weiter nach vorne bringen”, sagte der Börsenchef Theodor Weimer dem “Handelsblatt” in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. “Der Abstand zwischen uns und den wertvollsten Börsenbetreibern CME und ICE aus den USA darf nicht zu groß werden.”

Der Aufsichtsrat lasse dem Vorstand bei dem Thema “freie Hand und würde auch größere Übernahmen goutieren”, sagte Weimer, der im Januar auf dem Chefsessel der Börse Platz genommen hatte, nachdem sein Vorgänger Carsten Kengeter im vergangenen Jahr über eine Insider-Affäre gestolpert war. “Aber wir müssen darlegen können, dass ein großer Deal strategisch Sinn ergibt und dass wir ihn uns leisten können.”

Die Börse hat in den zurückliegenden Monaten zwei Übernahmen mit jeweils einem Volumen von knapp 100 Millionen Euro gestemmt: die Fondsplattform Swisscanto und der Devisenhandelsplattform GTX. Für Weimer ist das nicht genug, sondern nur “schöne Ergänzungen”, zumal er mindestens 1,5 Milliarden Euro in der Hinterhand hätte. “Grundsätzlich haben wir fünf Bereiche definiert, in denen wir gerne zukaufen würden: im Datengeschäft, im Handel mit Währungen und Rohstoffen, im Fondsservicegeschäft und im Anleihehandel.” Gegenwärtig gebe es jedoch keinen Grund, etwas zu überstürzen, sagte Weimer: “Denn viele Übernahmeziele sind aktuell sehr teuer.”

Sollte sich eine passende Gelegenheit ergeben, sei es auch möglich, dass sich die Börse Geld bei ihren Aktionären besorgt, bekräftigte Weimer frühere Aussagen. Wenn es notwendig sein sollte, “könnten wir uns am Markt auch zusätzliches Eigenkapital für eine größere Übernahme besorgen”, erklärte der frühere Investmentbanker und Chef der Münchener HypoVereinsbank.

Auch ohne eine Übernahme wird die Börse nach den Worten Weimers wachsen - nämlich beim Personal. Zwar baut der Finanzkonzern derzeit 350 Stellen ab, auf der anderen Seite seien bis Mitte Oktober 720 neue Mitarbeiter eingestellt worden. Dieser Personalaufbau werde sich auch 2019 fortsetzen. “Wir werden auch nächstes Jahr zahlreiche neue Mitarbeiter einstellen.” Das Unternehmen mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter.

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