April 29, 2019 / 1:48 PM / in 3 months

Börsen-Aufsichtsratschef geht 2020 - Kengeter-Affäre hallt nach

Chairman of the supervisory board of Deutsche Boerse AG Joachim Faber delivers a speech at the New Year reception of the German stock market in Eschborn near Frankfurt, Germany January 22, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Er bekam noch eine Gnadenfrist von den Aktionären, nun geht Joachim Faber von Bord: Der Aufsichtsratschef der Deutschen Börse legt sein Amt zur Hauptversammlung 2020 nieder - ein Jahr früher als er müsste.

Das teilte das Unternehmen am Montag in Eschborn bei Frankfurt mit. Faber, der wegen der Insider-Affäre des inzwischen zurückgetretenen Vorstandschefs Carsten Kengeter unter Druck stand, hatte seinen vorzeitigen Abschied bereits auf der Hauptversammlung im vergangenen Jahr angekündigt, den Zeitpunkt aber offengelassen. Über die Nachfolge Fabers solle zu gegebener Zeit informiert werden.

Als mögliche Nachfolger Fabers gelten Martin Jetter (IBM) und Joachim Nagel (KfW). Die beiden Manager sind 2018 in den Aufsichtsrat der Börse eingezogen. Jetter leitet die wichtigste Sparte des Computergiganten IBM, Ex-Bundesbankvorstand Nagel ist im Vorstand der staatlichen Förderbank KfW für das Auslandsgeschäft und die Entwicklungshilfe zuständig. Ein Sprecher der Börse wollte sich nicht zur Nachfolge Fabers äußern. Es gebe zahlreiche gute Kandidaten, die als Kontrolleur von Börsen-Chef Theodor Weimer infrage kommen könnten. Die Deutsche Börse will am Abend ihre Zwischenbilanz nach dem ersten Quartal präsentieren, die Hauptversammlung findet am 8. Mai statt.

WER FOLGT FABER?

Investoren und Stimmrechtsberater hatten im vergangenen Jahr gefordert, Faber müsse spätestens nach einem weiteren Jahr an der Spitze des Aufsichtsrats seinen Hut nehmen. Faber wurde und wird von ihnen vorgeworfen, er habe das Bonus-Modell für den Ende 2017 nach langer Hängepartie zurückgetretenen Vorstandschef Kengeter mitgestaltet. Dieses war Auslöser für Ermittlungen gegen den Börsenchef wegen mutmaßlicher Insidergeschäfte. Ihm war vorgeworfen worden, er habe Aktien des Unternehmens zu einem Zeitpunkt gekauft, als er bereits mit der Londoner Börse LSE über eine letztendlich gescheiterte Fusion mit den Deutschen verhandelt.

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