March 19, 2019 / 8:55 AM / 3 months ago

Bundesbank - Bankfusionen ein Mittel, um Kosten zu senken

German Bundesbank President Jens Weidmann presents the annual 2018 report in Frankfurt, Germany, February 27, 2019. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Zusammenschlüsse sind für Geldhäuser aus Sicht der Bundesbank ein Mittel, um profitabler zu werden.

“Fusionen können ein wirkungsvolles Instrument sein, um hohe Verwaltungsaufwendungen aufzufangen”, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling am Dienstag auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt vor dem Hintergrund der Fusionsgespräche zwischen Deutscher Bank und Commerzbank. Sie seien allerdings nicht das einzige Mittel, um für mehr Effizienz zu sorgen. Die im Vergleich zu den Wettbewerbern zu hohen Kosten gelten als eines der Probleme der beiden deutschen Großbanken. Wuermeling ist bei der Bundesbank für die Bankenaufsicht zuständig.

Bei dem konkreten Fall einer möglichen Fusion von Deutscher und Commerzbank will die Bundesbank keine Stellung beziehen: “Mir ist es heute und aus gegebenem Anlass wichtig, darauf hinzuweisen, dass wir als Aufsicht bei Fragen von Zusammenschlüssen von Banken neutral sind”, sagte Wuermeling ohne die Namen der beiden Großbanken zu nennen. “Wir begleiten solche Prozesse zwar, initiieren sie aber ganz sicher nicht.”

Deutsche Bank und Commerzbank hatten am Sonntag den Beginn formeller Fusionsverhandlungen bestätigt. Über diesen Schritt war seit Wochen am Finanzmarkt spekuliert worden. Zuletzt war immer klarer geworden, dass Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und sein Staatssekretär Jörg Kukies, der frühere Deutschland-Chef der US-Investmentbank Goldman Sachs, eine Fusion der beiden Geldhäuser zu einem nationalen Champion befürworten.

Die Schaffung starker Branchenvertreter in der Bankenbranche spiele für die Aufsicht keine Rolle, sagte Wuermeling. “Champion ist keine aufsichtliche Kategorie.” Aufsichtliches Handeln orientiere sich nicht an strukturpolitischen Überlegungen. Der Chef der EZB-Bankenaufsicht SSM, der Italiener Andrea Enria, hatte sich zuvor in der “Financial Times” kritisch zu der Idee geäußert, durch Schaffung nationaler europäischer Champions im globalen Wettbewerb besser zu bestehen.

Initiativen und das Design für Übernahmen und Zusammenschlüsse lägen beim Management der Institute und bei deren Eigentümern, sagte Wuermeling. “Die Aufsicht kommt erst ins Spiel, sobald ein Plan an uns herangetragen wird.” Bei jedem Fusionsvorhaben müsse die Aufsicht prüfen, ob das neue Institut die regulatorischen Anforderungen erfülle und auch künftig erfüllen könne. “Dazu braucht es ein tragfähiges und nachhaltiges Geschäftsmodell.” Annahmen und Prognosen in den vorgelegten Geschäftsplänen würden daher gründlich analysiert.

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