July 30, 2013 / 6:23 AM / in 6 years

Deutsche Bank ächzt erneut unter Rechtsstreitigkeiten

The headquarters of Deutsche Bank AG is pictured in Frankfurt May 25, 2013. REUTERS/Ralph Orlowski

Frankfurt (Reuters) - Die Aufräumarbeiten nach der Finanzkrise werfen die Deutsche Bank erneut zurück.

Der Nettogewinn brach im zweiten Quartal im Jahresvergleich um die Hälfte ein und lag nur noch bei 335 Millionen Euro, wie der Branchenprimus am Dienstag mitteilte. Damit wurden die Erwartungen der Analysten deutlich verfehlt. Hauptgrund war, dass das Geldhaus weitere 630 Millionen Euro für Rechtsstreitigkeiten zurücklegte. Inzwischen sind es insgesamt drei Milliarden Euro. Die beiden Co-Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen zeigten sich dennoch zufrieden. Die Bank sei mit ihrem Umbau, der Kapitalausstattung und dem Tagesgeschäft auf Kurs: “Im zweiten Quartal haben unsere Kerngeschäftsfelder gute Ergebnisse geliefert”, erklärten sie.

Der Vorsteuergewinn schrumpfte um 18 Prozent auf 792 Millionen Euro und verfehlte damit ebenfalls die Markterwartungen deutlich. Das brachte die Aktie schon vorbörslich unter Druck: Sie notierte zwei Prozent im Minus und rutschte damit an das Dax-Ende.

Die US-Rivalen hatten die Latte für das abgelaufene Quartal hoch gelegt und durch die Reihe üppige Milliardengewinne ausgewiesen, weil gerade das Investmentbanking - und hier der Handel - im Frühjahr rund lief. Bei der Deutschen Bank zeigte sich aber ein gemischtes Bild: Zwar verdiente das Institut im Kapitalmarktgeschäft vor Steuern 785 Millionen Euro und damit mehr als im Vorjahreszeitraum, was auch Kosteneinsparungen zu verdanken ist. Doch der Anleihehandel, eigentlich die Domäne der Deutschen Bank, schwächelte. Stattdessen legten der Aktienhandel und das Beratungsgeschäft zu.

Im Privatkundengeschäft rund um die Postbank konnte die Deutsche Bank den Vorsteuergewinn um 38 Prozent auf 507 Millionen Euro steigern. In der Vermögensverwaltung schrumpfte das Ergebnis dagegen um 17 Prozent auf 82 Millionen Euro, weil der Umbau der Sparte noch immer viel Geld verschlingt. Die konzerneigene “Bad Bank” weitete ihren Verlust auf knapp 700 Millionen Euro aus.

Beim Abbau ihrer Altlasten gibt die Deutsche Bank aber Gas, weil sie auf Druck der Regulierer weiter schrumpfen muss. Zwar ist sie nach der milliardenschweren Kapitalerhöhung im Frühjahr mit einer Kernkapitalquote nach Basel III von zehn Prozent inzwischen auf der sicheren Seite. Doch Schwachpunkt bleibt die absolute Verschuldungsquote (Leverage Ratio): Ende Juni kam die Deutsche Bank hier nach Basel III auf eine Quote von drei Prozent und erfüllt damit die von 2018 an geltenden Vorgaben nur knapp. Für den weiteren Bilanzabbau hat der Konzern nach eigener Einschätzung noch bis zu 250 Milliarden Euro Spielraum, das sind 16 Prozent der bereinigten Bilanzsumme von 1,6 Billionen Euro. “Wir werden unsere Bilanzsumme weiter verringern”, erklärten Jain und Fitschen.

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