August 18, 2013 / 10:23 AM / 6 years ago

Blatt: BaFin ermittelt erneut gegen Deutsche Bank

The headquarters of Deutsche Bank AG is pictured in Frankfurt May 25, 2013. REUTERS/Ralph Orlowski

Frankfurt (Reuters) - Die Deutsche Bank ist einem Zeitungsbericht zufolge wegen zu laxer Geldwäsche-Kontrollen ins Visier der Finanzaufsicht BaFin geraten.

Die Bank habe in mehreren Fällen verdächtige Transaktionen zu spät an die Polizei gemeldet, weil möglicherweise das interne Alarmsystem nicht richtig eingestellt sei, berichtete die Zeitung “Welt am Sonntag” ohne Quellenangabe. Um die Systeme zu überprüfen, habe die BaFin eine Ermittlertruppe des Wirtschaftsprüfers EY (früher Ernst & Young) in die Bank geschickt. Das potenzielle Bußgeld betrage höchstens 100.000 Euro, berichtete die Zeitung.

Die Finanzaufsicht wollte sich nicht äußern. “Zu einzelnen Instituten nehmen wir grundsätzlich keine Stellung”, sagte ein BaFin-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die Deutsche Bank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Generell gelte, dass die Bank die Geldwäschebekämpfung ernst nehme. “Angesichts der regulatorischen Veränderungen bauen wir unsere Kapazitäten aus und entwickeln unsere Systeme beständig weiter”, sagte ein Sprecher der Bank.

SONDERPRÜFUNGEN

Die Finanzaufsicht hat bereits mehrfach Untersuchungen gegen die Deutsche Bank eingeleitet - unter anderem in der Affäre um manipulierte Zinsen sowie wegen möglicher Bilanztricksereien. In ihrem Abschlussbericht zur Manipulation des Referenzzinses Libor kommt die BaFin Finanzkreisen zufolge zu dem Schluss, dass die Bank ihre Mitarbeiter zu lax kontrolliert hat. “Die Abberufung eines Vorstands steht nicht zur Debatte”, sagte eine mit den Plänen vertraute Person vergangene Woche Reuters. Damit kann offenbar der heutige Co-Vorstandschef Anshu Jain aufatmen. Er hatte bis zum Frühjahr 2012 das Investmentbanking der Deutschen Bank geführt, in dem die Manipulationen passierten.

Weltweit wird in dem Manipulationsskandal gegen mehr als ein Dutzend Banken ermittelt, weil einzelne Händler an dem Zinssatz geschraubt haben sollen, um Handelsgewinne einzustreichen. UBS, Barclays und die Royal Bank of Scotland schlossen bereits Vergleiche und mussten dafür Strafen von zusammen mehr als 2,5 Milliarden Dollar zahlen. Mit Spannung werden daher nun auch im Ausland die Ergebnisse der Sonderprüfung bei der Deutschen Bank erwartet, die die BaFin im vergangenen Jahr gestartet hatte.

Zudem hat die BaFin inzwischen Untersuchungen wegen mutmaßlicher Tricksereien bei einem viel beachteten Marktindex für Swap-Geschäfte, dem sogenannten Isdafix, eingeleitet, wie Anfang August bekanntwurde.

Bereits im April war bekanntgeworden, dass die Bundesbank und die Finanzaufsicht BaFin eine Sonderprüfung wegen mutmaßlicher Bilanztricksereien bei der Deutschen Bank eingeleitet haben. Der frühere Risikoanalyst Eric Ben-Artzi wirft der Bank vor, hochkomplexe Wertpapiere in einem bis zu 130 Milliarden Dollar schweren Derivate-Portfolio zwischen 2007 und 2010 zu hoch bewertet zu haben. Hätte die Bank die niedrigeren Marktwerte angesetzt, wäre sie damals “in sehr viel schwächerer Verfassung” gewesen, hatte er gesagt. Die Deutsche Bank hatte dagegen wiederholt erklärt: “Die Vorwürfe waren Gegenstand einer sorgfältigen und umfangreichen Untersuchung und haben sich als vollkommen unbegründet erwiesen.”

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